Mein Blick auf die Woche im Sport

Balanceakt der Standortplanung ist ein guter Kompromiss

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
+
thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

BHC muss bis zur Arena Bergisch Land weiter den Balanceakt meistern.

Als der Bergische HC kurz nach dem politischen Votum, in die Planung zur Arena Bergisch Land einzusteigen, die Mitsubishi Electric Halle (MEH) als vierten Standort ab der Saison 2022/23 ins Spiel gebracht hatte, gab es natürlich Unkenrufe. Der Tenor: Bald könne sich der Club zum BHC Düsseldorf umbenennen. So einfach ist es nicht. Fest steht, dass die Löwen am liebsten eine sportliche Heimat haben würden, in der sie – wie ein Großteil der Vereine in der Handball-Bundesliga – alle Heimspiele bestreiten. Wenn die neue Multifunktionshalle am Weyersberg steht, wird dies so sein. Bis dahin muss sich der BHC vernünftig aufstellen.

Dass dies nur mit der Klingen- und Unihalle unmöglich ist, leuchtet ein. Beide Sportstätten bieten weniger als 3000 Zuschauern Platz, sind je nach Standort mehr oder weniger veraltet und werden daher vor allem dem für den Verein wirtschaftlich sehr wichtigen VIP- und Partnerbereich nicht mehr gerecht. Wenn Geschäftsführer Jörg Föste sinngemäß sagt, dass das Handball-Erlebnis inklusive VIP-Catering im Mattenraum der Klingenhalle nur noch hingenommen wird, weil die Zustände insbesondere im Düsseldorfer PSD Bank Dome für einen gewissen Ausgleich sorgen, ist da viel Wahres dran.

Deshalb kann es auch kein Argument sein, dass der BHC im Dome noch nie gewonnen hat. Unabhängig davon, dass bislang nach Düsseldorf die starken Gegner kamen, lässt sich ein größerer Heimvorteil in den kleinen, engen Hallen nicht wegdiskutieren. Der ist so etwas wie das Faustpfand für die Klingenhalle, in der die Bilanz traditionell gut ist. Der Begriff „Klingenhölle“ kommt nicht von ungefähr. Und fairerweise sei gesagt, dass auch in der „Unihölle“ der Funke leicht überspringt.

Wenn es nur darum ginge, müsste der BHC also ausschließlich im Bergischen spielen. Geht es aber nicht, da unter anderem die Ausschöpfung des Sponsorenpotenzials nicht gelänge und ein Kader, wie ihn der Club derzeit hat, kaum finanzierbar wäre. Ergo: Bis zur Arena Bergisch Land muss der Verein weiter den Balanceakt meistern. Der Kompromiss für die erste Saison mit vier Spielstätten ist ein guter: fünf Mal in Solingen, vier Mal in Wuppertal, acht Mal in den zwei Düsseldorfer Hallen – eine Aufteilung, mit der sicher viele gut leben können. Zumal die MEH leichter zu erreichen ist als der Dome. Dort werden in der neuen Saison die ersten beiden Heimspiele stattfinden. Spannend: Im Spätsommer hat der Handball meist einen schleppenden Start in der Zuschauergunst. Hier wird der Club die Werbetrommel gewaltig rühren müssen.

TOP Fußball: Der VfB lebt noch.

FLOP Fußball: Bei der Britannia scheinen die Lichter auszugehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gegner MTV Heide spielt um den Klassenerhalt
Gegner MTV Heide spielt um den Klassenerhalt
Gegner MTV Heide spielt um den Klassenerhalt
Beide Teams sind eine Antwort schuldig
Beide Teams sind eine Antwort schuldig
Beide Teams sind eine Antwort schuldig
DV gegen 03: Showdown, Spitzenspiel und Derby
DV gegen 03: Showdown, Spitzenspiel und Derby
Sebastian Ziehe hat die Britannia im Blut
Sebastian Ziehe hat die Britannia im Blut
Sebastian Ziehe hat die Britannia im Blut

Kommentare