Badminton

Badminton-Szene zeigt viel Verständnis

Faszination Badminton: Während Niklas Niemczyk mit dem STC Blau-Weiß noch in der 2. Bundesliga gefordert sein dürfte, ist für den Rest Schluss – die Vereine sind einverstanden. Foto: Moritz Alex
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Faszination Badminton: Während Niklas Niemczyk mit dem STC Blau-Weiß noch in der 2. Bundesliga gefordert sein dürfte, ist für den Rest Schluss – die Vereine sind einverstanden.

Der Liga-Betrieb im Amateurbereich ist bereits eingestellt

Von Daniel Bernards und Jürgen König

Bei den Amateurvereinen im Badminton hat man sich mit dem Saison-Aus, der vom Landesverband vor wenigen Tagen beschlossen wurde, abgefunden. Die betroffenen Solinger Vereine halten diesen Weg letztlich für alternativlos und schauen bereits jetzt langfristig in eine hoffentlich sorgenfreiere Zukunft.

„Das war absolut richtig und nachvollziehbar. Ich habe sogar noch eher mit dieser Entscheidung gerechnet“, kommentiert der stellvertretende WMTV-Abteilungsleiter und Landesliga-Spieler Tobias Zigmann angesichts Lockdown und Hallenschließungen. Vier Mannschaften des Walder Traditionvereins sind betroffen. „Vor allem für die Erste in der Verbandsliga ist es dennoch schade“, fügt Zigmann noch hinzu. Diese habe als Tabellenzweiter bis zum Saisonabbruch „oben mitgemischt“. Das größte Problem der Abteilung: „Wir müssen schauen, dass wir die Mitglieder halten, gerade im Schüler- und Jugendbereich.“ Online-Training werde zwar angeboten – aber ohne Ball und Schläger.

Bei der DJK Solingen stößt die Beendigung der Spielzeit ohne Auf- und Absteiger ebenfalls auf Zustimmung, wie der Vorsitzende Oliver Binus erläutert: „Das ist vernünftig. Für uns ist nun wichtig, dass wir Planungssicherheit haben.“ Schließlich sei Badminton nicht nur Mannschaftssport, sondern müsse auch die zahlreichen Einzelturniere integrieren, an denen derzeit – wenn vielleicht auch verschoben – noch festgehalten werde. Auch das ist für Binus der richtige Weg: „Diese Turniere sind vor allem für die Kinder und Jugendliche wichtig.“ Um die macht sich der Vereinsvorsitzende die meisten Sorgen: „Da besteht die Gefahr, dass einige verloren gehen. Es ist noch nicht absehbar, nicht nur bei uns, wer im Mai oder Juni wieder regelmäßig zum Schläger greift.“ Immerhin: Es stehe jetzt schon fest, dass die drei betroffenen Seniorenmannschaften, die in der Landes-, Bezirks- und Kreisliga spielen, gehalten werden können. Das, so Oliver Binus, habe vor allem soziale Gründe: „Wir vermissen Training, Wettkämpfe und besonders den gegenseitigen Kontakt. Wir freuen uns alle riesig, wenn es wieder losgeht.“

Beim größten Solinger Badmintonverein, dem STC Blau-Weiß, gibt es nun einen Spielstopp für fünf Mannschaften hinter der noch auf Meisterschaftsspiele wartenden Zweitliga-Ersten sowie für zwei Jugend- und drei Schüler-Teams. Doch auch hier herrscht großes Einverständnis mit dem Beschluss des Landesverbandes: „Wir haben in einer Umfrage des Verbandes genau diese Regelung gefordert. Die Spielerinnen und Spieler sind zum Teil so lange raus – da wäre auch die Verletzungsgefahr viel zu groß“, fügt Geschäftsführerin Ariane Pott einen weiteren Aspekt an, der für den Abbruch spreche. Jetzt gelte trotz der schwierigen Situation, in die Planungen für die nächste Saison einzusteigen. Bis 15. April müsse, so derzeitiger Stand, feststehen, welche der Mannschaften wieder an den Start gehen.

Die Badmintonabteilung des Ohligser TV weist darauf hin, dass in der laufenden Saison schon Spiele abgesagt werden mussten, weil Akteure der Mannschaften in Quarantäne waren. Daher auch hier: „Zustimmung und Hoffnung auf einen Neustart 2021/22 mit denselben Mannschaften wie 2020/21“, wie Abteilungsleiterin Claudia Albert erläutert.

Sorgenvoll blickt man beim Merscheider TV nach vorne, wo man die geringste Anzahl von Teams (einmal Senioren, dreimal Jugend bei zwei Spielgemeinschaften) seit Jahren an den Start gebracht hat – als Folge von Corona. Ein möglicher Aufschwung werde durch die Pandemie ausgebremst, sagt Katrin Dültgen. „Bei den Altersklassen U11 bis U15 haben die Eltern im Moment andere Themen im Fokus, die Älteren bis zur U19 müssen erst mal wiederkommen“, befürchtet die Vorsitzende des Gesamtvereins einen schweren Weg zurück zum Wettkampfsport. Die Bemühungen, den Nachwuchs zu binden, sind enorm: Training und viele Aktionen laufen online. Auch in der Hoffnung auf eine komplette nächste Saison. Katrin Dültgens Wunsch in dieser Richtung: „Es wäre sehr gut, wenn die Mannschaftsmeldung nicht wie sonst im April gemacht werden muss, sondern erst später.“

Vereine

Mit dem BC Burg und der BSG Kieserling betrifft der Saisonabbruch zwei weitere Solinger Vereine. Letzterer stellt Erwachsenen-Mannschaften in der Bezirksklasse und Kreisliga sowie eine Schülermannschaft. Der BC Burg hatte diese Saison sieben Teams gemeldet, wovon die erste Mannschaft die Tabellenführung ihrer Bezirksklassen-Gruppe innehatte.

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