Leichtathletik

Aus der Fußballerin wird eine Läuferin

Sabine Karmisevic stockt ihr Medaillenkonto stetig auf. Foto: SK
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Sabine Karmisevic stockt ihr Medaillenkonto stetig auf.

Sabine Karmisevic liefert starke Zeiten.

Einige bekannte Namen aus der Solinger Läufer-Gilde sind im vergangenen Jahr zumeist nicht mehr oft vertreten gewesen. Durchaus verständlich, denn virtuelle Läufe nur für sich entwickeln nicht unbedingt für alle den nötigen Reiz. Bei Sabine Karmisevic sieht dies gänzlich anders aus. Über das Veranstaltungsportal „Lauf-weiter.de“ ist sie mehrfach mit starken Zeiten in Erscheinung getreten. „Ich bin ein Fan von diesem Angebot“, sagt die 47-Jährige, der Laufen immer schon Spaß bereitet hat – im Gegensatz zu früheren Mannschaftskolleginnen.

Unter ihrem Familiennamen Senkowski war sie lange Zeit in Sachen Fußball aktiv. Bis Ende der 90er-Jahre bewegte sich Sabine Karmisevic hierbei auf hohem Niveau, beim SV Lohausen ging es in der 2. Bundesliga um Punkte. Als offensive Mittelfeldspielerin ging sie gerne weite Wege und scheute läuferische Vorbereitungselemente keineswegs. „In den Saisonvorbereitungen klagten viele, dass man schon wieder am Unterbacher See laufen müsse. Ich habe es gerne gemacht“, erinnert sich die Angestellte der Stadt Solingen, die als frühere Standesbeamtin 2016 von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) höchstpersönlich getraut wurde.

Nach ihrer Zweitliga-Zeit zog es die fußballerische Offensiv-Kraft zur Eintracht in die Niederrheinliga, wo sie bis 2011 aktiv war. „Zehn Kilometer im Spiel bin ich meistens immer gelaufen“, sagt Karmisevic zu ihrer Zeit an der Zietenstraße, die dann in ihre läuferische Karriere übergehen sollte. „Mit 38 habe ich aufgehört, Fußball zu spielen. Ich hatte Probleme mit dem Knie und mit der Achillessehne.“ Die sollten später nachlassen, so dass der Weg frei für das war, was sich schon 2008 angedeutet hatte – da nahmen die Eintracht-Frauen am Klingenlauf teil, und die Fußballerin wurde beim Sieg von Miriam Olbrisch (SLC) Dritte in 23:15 Minuten.

Schiedsrichterin hat den Berlin-Marathon im Blick

Viele tolle Läufe sollten folgen, und richtig gute Zeiten. 2015 wurden bei ihr über die fünf Kilometer des Miss-Zöpfchen-Laufs 22:51 gestoppt – Platz vier hinter Saskia Käs, Miriam Schulz und Petra Niegeloh. 2017 ging es auf der Trasse über die zehn Kilometer, 45:49 Minuten bedeuteten Rang zwei. Ihr erster Halbmarathon führte sie 2019 nach Benrath, wo sie unter zwei Stunden bleiben wollte und schließlich eine 1:49 Stunden erreichte. Beim anspruchsvollen Röntgenlauf (1:55) war es im gleichen Jahr etwas langsamer, im Rahmen einer virtuellen Winterlaufserie zuletzt wieder eine 1:48. Was bei der Veranstaltung mit 1400 Teilnehmern Platz sechs in ihrer Altersklasse 45 bedeutete. „Ich bin schon ehrgeizig, habe Trainingspläne und sorge für Anreize mit Sprints“, zieht es Sabine Karmisevic, die den harten Müngstener Brückenlauf meisterte, zudem zu Yoga oder Bewegung auf dem Rad.

Vielleicht auch zum 50. Geburtstag mal zu einem ganzen Marathon in Berlin, mit Sicherheit aber weiter zum Fußball – die leidgeplagte Schalke-Anhängerin ist seit 2017 Schiedsrichterin, hat in der Hobbyliga der Männer gepfiffen, die Ausbildung in Duisburg-Wedau gemacht und leitet jetzt Partien der Frauen auf Kreis- und Bezirksebene. Dass Sabine Karmisevic dabei mehr läuft als manche Aktiven, dürfte gewiss sein.

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