Mein Blick auf die Woche im Sport

Arena: Klärungsbedarf ist wichtig, Polemik unsinnig

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juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Eine Kleingartenanlage am Bussche-Kessel-Weg oder die Notschlafstelle gegen eine auch für die Jugend langfristig sinnvolle Investition wie die Arena Bergisch Land aufzurechnen, ist fernab eines lösungsorientierten Miteinanders, meint ST-Sportredakteur Jürgen König.

Ob es nunmehr im Februar 2022 – und nicht wie geplant am kommenden Donnerstag – im städtischen Rat den konkreten Startschuss zur Planung einer Bergischen Arena am Weyersberg geben wird, ist eine spannende Angelegenheit. Die politischen Parteien entscheiden darüber und müssen Nutzen sowie Kosten abwägen. Dass dies bei dem von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) mitgetragenen 50-Millionen-Projekt nicht zu einer einheitlichen Sichtweise führen kann, ist klar und im Sinne der intensiven Prüfung für die Stadt sogar wünschenswert.

Mit der Machbarkeitsstudie zum Arena-Neubau gibt es eine ausgefeilte Grundlage, auf deren Basis sich Befürworter und Gegner austauschen können. Das ist bislang auf diversen Ebenen geschehen, so auch am Mittwoch im Sportausschuss. Einmal mehr stand das Gremium ganz im Zeichen von konstruktivem Miteinander und auch kritischer Fragen zum Vorhaben. Dort hat man verstanden, dass es auf Jahrzehnte nicht nur um den möglichen Wegfall des einzigen Spitzensport-Aushängeschildes Bergischer HC geht – dass der Handball-Bundesligist sportlich derzeit eher wankend daherkommt, hat mit der grundsätzlichen Thematik nichts zu tun. Im Fachausschuss weiß man auch, dass eine Arena über den Sport hinaus in Sachen Belebung der Innenstadt eine enorme Strahlkraft besitzt. Kommt eine Partei zum Schluss, das Risiko sei angesichts der zweifelsohne deutlichen Investition zu hoch, wäre es schade. Aber in unserer Demokratie ein verständlicher Schritt. Grundsätzlich aber sind CDU, SPD, FDP und BfS/ABI für den Bau, so dass die Hoffnung auf eine aufgeschobene Zustimmung hoch ist.

Haben kritische Nachfragen sowie weiterer Klärungsbedarf der CDU und der Grünen also allesamt durchaus ihre Berechtigung, so ist die Vorgehensweise von „Fridays for Future“ in einer ganz anderen Kategorie anzusiedeln. Dort werden in einer Präsentation Investitionen der Stadt mit Dingen aufgerechnet, die man für aufgeführte 40 Millionen Euro tun könnte: zum Beispiel 31 Mal alle Solingerinnen und Solinger ins Kino einladen oder 87 Mal das Rettungsschiff Sea-Watch 3 kaufen. Dass dies und andere Vergleiche unter der Überschrift „Mensch, das braucht doch niemand!“ laufen, verdeutlicht, dass es sich auch um Kritik an Kurzbach handelt. Und es geschieht auf einem Weg, der den Namen Polemik trägt. Eine Kleingartenanlage am Bussche-Kessel-Weg oder die Notschlafstelle gegen eine auch für die Jugend langfristig sinnvolle Investition aufzurechnen, ist fernab eines lösungsorientierten Miteinanders.

TOP Krebs-Stiftung tut Gutes für den Jugendsport, der SLC mit dem Nikolauslauf für die „Kette“.

FLOP Bergischer HC bekommt eine Klatsche in Minden.

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