Handball

Ansetzung der Qualispiele sorgt für Kritik

Tristan Walpurges (M.) hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Eine Folge überhasteter Vorbereitung? Foto: Christian Beier
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Tristan Walpurges (M.) hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Eine Folge überhasteter Vorbereitung?

A-Jugendliche sollen am Samstag um die Bundesliga-Zugehörigkeit kämpfen.

Von Thomas Rademacher

Die Qualifikation zur A-Jugend-Bundesliga verläuft in diesem Jahr chaotisch. Während einige Handball-Landesverbände auf die Austragung von Partien verzichten und die Vereine nach einer objektiv festgelegten Setzliste nominieren, entschied man sich in Nordrhein-Westfalen frühzeitig für die sportliche Qualifikation. Bei den Jungen und Mächen kämpfen aus Solingen der Bergische HC und der HSV Gräfrath um die begehrten Tickets. Auftakt soll jeweils am kommenden Samstag sein.

Wenn es nach Willen der Vereine geht, werden die Partien allerdings noch abgesagt beziehungsweise verschoben. BHC-Geschäftsführer Jörg Föste schaltete sich nun in die Debatte ein und unterstützt damit seinen Nachwuchskoordinator Christoph Rath. „Wenn wir nicht spielen, wären wir mit unserer männlichen A-Jugend über die Setzliste qualifiziert“, räumt der Geschäftsführer ein. „Aber das ist nicht unser Beweggrund, gegen die Austragung zu sein.“

Föste und Rath sehen vor allem drei Aspekte rund um die Qualifikation kritisch:

Hygienekonzept: Es gibt für die angesetzten Partien kein ausgearbeitetes Konzept. Die austragenden Vereine sind auf sich alleine gestellt. Ein unglücklicher Umstand, den sogar Florian Fenzel von der spielleitenden Stelle einräumt.

Vorbereitung: Der vom Deutschen Handball-Bund (DHB) ausgegebene Leitfaden „Return to Play“ sieht für die Profis der 1. und 2. Liga eine Rückkehr zum Wettkampf nach drei Monaten Vorbereitung vor. „Bei Jugendlichen, die nicht zwei Mal am Tag trainieren können, müsste es eigentlich noch länger dauern“, meint Christoph Rath. „Die Folgen einer hastigen Vorbereitung bekommen wir gerade zu spüren.“ So fallen bereits zwei Spieler in BHC-Reihen mit Kreuzbandrissen aus.

Coronaschutzverordnung: Nach aktuellem Stand dürfen in NRW nur 30 Personen an einem Wettkampf teilnehmen. Es stelle sich die Frage, inwiefern Trainer, das Kampfgericht, die Schiedsrichter und der Betreuerstab in den Wettkampf involviert sind. Rath: „Antworten gibt es keine. Zumindest keine einheitlichen.“

Jörg Föste betont daher: „Alle unsere Bedenken sind in den Wind geschlagen worden. Das halten wir für falsch.“ Florian Fenzel hält aber an dem Plan fest, die Qualifikation sportlich zu entscheiden. „Man wird es nie allen recht machen können“, sagt der Funktionär. „Die Situation ist natürlich nicht einfach, aber der DHB hält es für möglich, die Spiele auszutragen, und alle großen Vereine befinden sich seit langem in täglichem Training.“

Auch Andreas Spitzer, Trainer der weiblichen A-Jugend des HSV, und Macher Stefan Bögel sehen die Austragung der Partien gerade mit Blick auf das Verletzungsrisiko kritisch. Bei den Mädchen kommt hinzu, dass die Qualifikation kurzfristig vom 6. September auf den kommenden Samstag vorverlegt wurde. „Das ist eine Unverschämtheit“, stellt Bögel klar. „Es spricht aber nichts dagegen, später anzutreten.“

Der Kritik der vorgezogenen Ansetzung habe Carsten Korte, Vorsitzender des Jugendspielausschusses des DHB, entgegnet, dass das Training unter Corona-Bedingungen in NRW bereits vor langer Zeit aufgenommen werden konnte. In einer Leistungsklasse wie der Bundesliga sei es zu erwarten, dass durchgängig trainiert werde. Gleichzeitig verwies er an die Zuständigkeit der Landesverbände.

Käme es zu einer Setzliste, wären die HSV-Mädchen qualifiziert, die des BHC wohl nicht. Daher sagt Stefan Grenda, der neue Coach der weiblichen A-Jugend der Löwen: „Ich bin zwiegespalten. Die Chance war statistisch noch nie so hoch, in die Bundesliga aufzusteigen.“

Verlegung

Der Verband Mittelrhein hat sich aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie nach einer Umfrage unter den Vereinen dazu entschieden, den planmäßigen Start Ende August um drei Wochen zu verschieben. So soll die Saison erst am 19. September beginnen. Ob sich der Niederrhein, dem die Solinger Teams angehören, anschließt, ist offen.

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