American Football

Alt-Herren-Tribüne ist das anvisierte Ziel

Als Runningback hatte Marvin Leimküller maßgeblichen Anteil daran, dass es die Paladins von der Verbands- in die 2. Liga schafften. Foto:
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Als Runningback hatte Marvin Leimküller maßgeblichen Anteil daran, dass es die Paladins von der Verbands- in die 2. Liga schafften.

Football: Marvin Leimküller verließ die Solingen Paladins vor drei Jahren und vermisst diese sehr.

Jede freie Minute investiert er aktuell in sein neues Hobby. Waren es vor wenigen Jahren noch der Football und die Solingen Paladins, mit denen Marvin Leimküller seine Freizeit am liebsten verbracht hat, verfolgt dieser mittlerweile andere Pläne. In Düsseldorf wohnend, erfüllt sich der Solinger derzeit den Traum eines eigenen, selbst gestalteten Campingbusses. Von seinem Vater hat Leimküller einen Ford Transit abgestaubt, den er seit einem halben Jahr zu einem Ausflugsmobil umbaut. Mit mal mehr und mal weniger großem Talent. „Ich bin ja gelernter Elektriker“, erzählt der 30-Jährige, „aber auch ein richtig schlechter Schreiner.“ Von seinem Ziel, bald mit seiner Freundin durch Europa reisen zu können, lässt er sich dadurch dennoch nicht abbringen. Anvisierte Ziele: Holland, Belgien, Spanien oder auch die Toskana.

Vorgenommen hat sich Leimküller auch, zu den Paladins zurückzukehren. Allerdings nicht als Spieler, sondern als Fan. „Ich werde mir einen Platz auf der Alt-Herren-Tribüne neben Markus Jantke und Jens Merten suchen“, sagt der langjährige Runningback der Walder Footballer mit einem Grinsen, der von 2009 bis 2018 in seiner Heimatstadt gespielt hat. Erst bei den Steelers, dann bei den Paladins. „Das war eine super Zeit und ein großer Teil meines Lebens“, sagt Leimküller, der schon „damals in der Bauernliga“ in Schwarz und Rot auflief.

„Ich habe gemerkt, dass mir nicht der Football, sondern die Paladins gefehlt haben.“

Marvin Leimküller zu seinem Abschied aus Solingen

Als Spieler übernahm er von der Verbands- über die Ober- und Regionalliga bis in die GFL 2 Verantwortung, gehörte jedes Jahr zu den Topscorern und Publikumslieblingen. Phasenweise brachte er sich auch als Pressesprecher ein, als dieser Posten bei den Paladins mal wieder vakant war.

Der Innenausbau des Campingbusses konnte vor wenigen Tagen abgeschlossen werden. Nun ist der Motor dran.

Dass er seine sportliche Heimat nach dem ersten Zweitligajahr der Vereinsgeschichte verließ, fiel ihm nicht nur „sehr schwer“, sondern hatte auch mehrere Gründe. Der Wichtigste: Leimküller entschloss sich dazu, nach Düsseldorf zu ziehen, um bei der Feuerwehr eine Ausbildung zum Brandmeister zu absolvieren. „Da war mir das Verletzungsrisiko einfach zu groß“, erzählt er. Außerdem konnte er das für die 2. Liga nötigen Trainingspensum nicht mehr leisten.

Die Chance, einen Kindheitstraum wahr werden zu lassen, wollte sich der 30-Jährige nicht entgehen lassen. Nach bestandenem Eignungstest in Praxis und Theorie begann er im April 2018 die Ausbildung. Bereut hat er den Schritt in keiner Sekunde. „Spannend“ nennt Leimküller die vielfältigen Aufgaben seines neuen Jobs. „Im Alarmfall schlägt bei mir das Herz immer schneller“, sagt er.

Beim Oberligisten Düsseldorf Bulldozer wird ihm einiges klar

Die Sehnsucht nach seinem Sport war nach dem Umzug in die Landeshauptstadt groß. Also suchte sich Leimküller für die 2019er-Saison ein neues Team und schloss sich dem Oberligisten Düsseldorf Bulldozer an. Dort kam der Runningback allerdings zu einer bemerkenswerten Erkenntnis: „Mir wurde klar, dass mir nicht der Football fehlte, sondern die Paladins und der dortige Zusammenhalt.“ Entsprechend gering fielen seine Einsatzzeiten bei den „Bullies“ aus, nach einer halben Saison war schon wieder Schluss.

Die sportliche Alternative heißt seitdem: Fitness-Studio und Laufen gehen. „Ich strebe den Halbmarathon an“, erzählt Marvin Leimküller. Regelmäßig dreht er seine Runden am Rhein, „zehn bis zwölf Kilometer“ legt er dabei immer zurück. So gelte es spätestens jetzt mit 30 Jahren, dem Zahn der Zeit entgegenzusteuern. „Und dem Bauchansatz“, ergänzt er lachend.

Bei der Feuerwehr hat Leimküller nach eigenen Angaben seinen Traumjob gefunden.

Diesbezüglich und vor allem dank seiner Freundin Mia hat er auch seine Ernährung umgestellt und sogar nebenbei die B-Lizenz als Fitnesstrainer gemacht. „An der A-Lizenz mit Spezialisierung auf Rückentraining bin ich dran“, erzählt der Solinger. An Plänen mangelt es ihm wahrlich nicht.

Bruder

Auch Niklas Leimküller spielte bei den Solingen Paladins Football, hat nach der Zeit in der Jugend wegen der Ausbildung zum Gesundheitspfleger aber (vorerst) aufgehört. „Er ist wesentlich talentierter als ich“, sagt Marvin Leimküller über seinen jüngeren Bruder, der lange in der NRW-Auswahl „Green Machine“ und bei den Cologne Crocodiles in der Jugend-Bundesliga gespielt hat.

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