2. Handball-Bundesliga

Als Tabellenführer in die kurze Winterpause

Vanessa Brandt war gegen Ketsch vorne wie hinten eine Bank. Foto: Christian Beier
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Vanessa Brandt war gegen Ketsch vorne wie hinten eine Bank.

Elfter Saisonsieg für den HSV Solingen-Gräfrath.

Von Lutz Clauberg

Ende gut und alles noch viel besser – so und nicht anders muss die Lage beim HSV Solingen-Gräfrath skizziert werden. Die Mannschaft von Kerstin Reckenthäler schloss das herausragende Handball-Jahr 2021 mit dem nächsten Kantersieg ab, so dass die Freude des am Freitagabend mit 33:24 gegen die TG Nürtingen siegreichen VfL Waiblingen über die Tabellenführung gerade einmal 22 Stunden währte. Die Solingerinnen fegten nämlich auch die alles andere als schwachen Kurpfalz Bären aus Ketsch vom Feld. 30:20 (15:10) hieß es nach dem Abpfiff des über weite Strecken überzeugenden Schiedsrichterinnen-Gespanns Rosana Sug/Sophia Janz. Es war der elfte Saisonsieg und der sechste in Serie. Zuletzt hatte der HSV am 23. Oktober bei den Füchsen in Berlin verloren, die Partie gegen Nord Harrislee am 30. Oktober endete 26:26.

„Wir sind im Flow. Aber die Pause ist auch wichtig für Kopf und Körper.“

Trainerin Kerstin Reckenthäler

„Das war ein echt gutes Zweitliga-Spiel“, sagte die Trainerin. „Ketsch hat sehr offensiv und aggressiv gedeckt und uns auch vorne vor einige Probleme gestellt.“ Hinten heraus aber war der HSV wieder total dominant. Dank der überragenden Physis. Reckenthäler: „Wir machen in dem Bereich sehr vieles richtig.“ Auf den Punkt zeigte der HSV den 500 Besuchern und dem Gegner, dass er bis zur letzten Sekunde dazu in der Lage ist, volles Tempo zu gehen und konzentriert zu verteidigen. Trotzdem gibt es jetzt eine kleine Pause. Zumindest in Sachen Hallentraining, dort geht es erst am 3. Januar weiter. Bis dahin stehen „nur“ Intervall-Läufe und Krafteinheiten auf dem Programm. „Es ist eigentlich schade, dass es nicht weitergeht. Wir sind im Flow“, meint die Trainerin. „Aber die Pause ist auch wichtig für Kopf und Körper.“

Gegen die Kurpfalz Bären war derweil erneut Verlass auf die Torhüterin. Schon in der ersten Halbzeit stark, zeigte Natascha Krückemeier nach Wiederanpfiff spektakuläre Paraden, als der Gegner aufmuckte und drauf und dran war, den Spitzenreiter in große Schwierigkeiten zu bringen. Cara Reuthal scheiterte bei gleich zwei Strafwürfen und mit einem Gegenstoß. Beim 17:14-Zwischenstand (38. Minute) war Krückemeier erneut zwei Mal glänzend auf dem Posten. Ihre Mannschaftskameradinnen fingen sich, machten deutlich weniger Fehler als die Gegnerinnen und zogen über 19:15 (44.) auf 22:17 (48.) und entscheidend auf 25:17 (55.) davon.

Entscheidend daran beteiligt waren drei Spielerinnen, nachdem sich vor der Pause die kaum aufzuhaltende Cassandra Nanfack die Bestnote verdient hatte: Vanessa Brandt, die in der ersten Halbzeit nicht so recht zum Zug kam, drehte furios auf und traf sehr zuverlässig. Lara Karathanassis ließ sich von dem ein oder anderen Patzer nicht entmutigen und überzeugte dann mit zielstrebigen Aktionen und Toren aus der zweiten Reihe oder nach Durchbrüchen. Die Zuschauer freuten sich auch über sehr spektakuläre Treffer der handballerisch so unglaublich begabten Jule Polsz, die allerdings defensiv das ein oder andere Mal wackelte. „Als Mannschaft haben wir uns rechtzeitig wieder gefangen“, freute sich Kerstin Reckenthäler über die furiose Schluss-Viertelstunde mit reichlich sehenswerten Toren, kernigen Abwehr-Zweikämpfen sowie Traumpässen und Super-Paraden. Dies alles ist am 8. Januar wieder gefragt. In Waiblingen kommt es am vorletzten Hinrunden-Spieltag zum großen Duell Zweiter gegen Erster.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck (nicht eingesetzt = n.e.), Gün (n. e.); Brandt (10, 4), Polsz (5), Karathanassis (4), Nanfack (3), Penz (2), Jörgens (2), Reinarz (2), Senel (1), Kamp (1), Weyh, Clauberg (n. e.)

2. Bundesliga

Verlegt: Die für Sonntag angesetzte Partie zwischen Lintfort und Berlin wurde kurzfristig abgesagt. Man wolle die Spielerinnen vor den Feiertagen vor Corona schützen, heißt es aus Lintfort. Neuer Termin ist am 27. Februar, beide Teams absolvieren an jenem Wochenende einen Doppelspieltag.

Verpatzt: Maja Zrnec feierte am 11. Dezember mit dem 26:23 (15:15) gegen Nord Harrislee ein gelungenes Debüt auf der Trainerbank des TVB Wuppertal. Der zweite Auftritt unter ihrer Regie war ernüchternd: Frisch Auf Göppingen setzte sich mit 34:19 (17:12) gegen den Vorletzten durch.

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