Die Woche im Sport

Alligators: Bundesliga-Aus ist trauriges Ende eines Trends

-
+
thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Dass es zum Aus in der Bundesliga kommt, ist beschlossene Sache. Zu groß ist das Loch, das im Nachwuchs klafft.

Von Thomas Rademacher

Es hatte sich angedeutet, doch die Nachricht, dass sich die Solingen Alligators aus der Baseball-Bundesliga zurückziehen, war trotzdem bedauerlich. Nüchtern betrachtet, kam der Schritt kaum überraschend, doch der Verein zählte jahrelang neben Paderborn und Bonn zu den festen Größen der Nordgruppe des Oberhauses. 2019 wurde die Mannschaft zum siebten und letzten Mal Nordmeister. 2006 und 2014 gewann der Verein sogar die Deutsche Meisterschaft. Und plötzlich ist alles vorbei. Sogar die Zukunft des einzigen Baseballvereins der Stadt steht auf der Kippe.

Dass es zum Aus in der Bundesliga kommt, ist beschlossene Sache. Zu groß ist das Loch, das im Nachwuchs klafft. Noch 2014 wurden die Alligators sogar Deutscher Jugendmeister, doch es ist – mit Ausnahmen – nicht gelungen, die Spieler in der Folge auf Bundesliga-Level zu bringen. Einige wandten sich auch vom Baseball ab, andere schlossen sich Vereinen an, die über Sportinternate verfügen. Einige Jahre ist es dem Verein nicht nachhaltig gelungen, Kinder für das Spiel, das so viele US-Amerikaner begeistert, zu gewinnen. So blieb die Bundesliga-Mannschaft im Kern immer von denselben Spielern angeführt. Denen, die Ende der 1990er und Anfang der 2000er den Sport erlernt haben.

André Hughes blieb dem Verein bis auf ein Jahr immer treu. Nils Hartkopf, Dustin Hughes, Lars Szameitpreuss und Florian Götze sind weitere Spieler der „alten Garde“, auf die es bis zuletzt ankam. Sie waren es übrigens, die die Generation von Dominik und Daniel Wulf, Moritz Buttgereit, Julian Steinberg oder Norman und Kim Eberhardt nach und nach abgelöst hatten.

Doch solche jungen Baseballer fehlen nun. Die Mannschaft wurde jedes Jahr einen Tick älter und schwächer, war damit mehr und mehr vom Hinzuholen ausländischer Spieler abhängig. Die machten ihren Job mal mehr, mal weniger gut. Doch sie kosteten zumindest Aufwandsentschädigungen. Geld, das im Baseball kaum zur Verfügung steht. Die Situation war auch in diesem Bereich früher rosiger. Die Folgen der Corona-Pandemie haben sich gewiss auch auf die Alligators ausgewirkt. Doch es könnte auch ein Problem nachlassender Identifikation sein, die gerade bei Kleinsponsoren oft wichtig ist. Nicht wenige unterstützen „ihre“ Vereine, weil jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis dort aktiv ist. Je weniger Mitglieder es also werden, desto schwieriger wird es – die Zahlen bei den Alligators gingen zuletzt stetig nach unten.

Bei den Allerjüngsten sieht es nun wieder besser aus. Es lohnt also, den Verein zu retten. Doch das Projekt Bundesliga ist mindestens vorläufig beendet. Traurig, dass dies nicht zu vermeiden war.

TOP Knaller-Transfer: Handball-Bundesligist Bergischer HC verpflichtet Rückraum-Linkshänder Djibril M’Bengue.

FLOP 3G, 2G, 2G plus: Auch bei Amateursportlern beginnt ungewisse Phase.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

VfB II setzt auf geballte Routine
VfB II setzt auf geballte Routine
VfB II setzt auf geballte Routine
TSV-Frauen eine Runde weiter
TSV-Frauen eine Runde weiter
TSV putzt jetzt richtig
TSV putzt jetzt richtig
TSV putzt jetzt richtig
Samer El Youssef holt sich klaren Junioren-Sieg
Samer El Youssef holt sich klaren Junioren-Sieg
Samer El Youssef holt sich klaren Junioren-Sieg

Kommentare