Baseball

Alligators bestreiten die wichtigsten Spiele des Jahres

Alex Valdez (l., mit Ronnett Farah) hat bislang überragend für die Solingen Alligators geworfen. Er wird am Sonntag im ersten Spiel das Vertrauen bekommen.
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Alex Valdez (l., mit Ronnett Farah) hat bislang überragend für die Solingen Alligators geworfen. Er wird am Sonntag im ersten Spiel das Vertrauen bekommen.

Solinger Baseballer sind bei Top-Favorit Bonn Capitals gefordert – ein Doppelsieg stellt die Weichen Richtung Play-offs

Von Thomas Rademacher

Fünf Siege und drei Niederlagen haben die Solingen Alligators in der Bundesliga Nord auf ihrem Konto. Die Ausgangssituation zum Erreichen des zweiten Platzes und damit der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft ist nicht die einfachste. Zwei Erfolge bei Top-Favorit Bonn Capitals könnten das Blatt allerdings wenden. „Das sind echte Endspiele“, weiß Trainer Wayne Ough. „Aber ich denke, dass die Bonner unter größerem Druck stehen als wir.“ Fest steht: Aus Solinger Sicht sind es die bislang wichtigsten Baseball-Spiele des Jahres. Schließlich würden zwei Niederlagen auch die letzten Play-off-Hoffnungen der Alligators begraben.

In eigener Hand hat es das Ough-Team nur, wenn es doppelt gegen den Favoriten gewinnt. „Nominell dürften die Capitals das stärkste Team der Nord-Gruppe haben“, sagt der Trainer. Neben sehr guten Schlagleuten wie Wilson Lee, Daniel Lamb-Hunt oder Kevin van Meensel verfügt die Truppe über herausragende Werfer. Im ersten Spiel dürfte Sascha Koch auf dem Wurfhügel stehen, im zweiten Zack Dodsen. Gegen Koch hatten die Alligators über viele Jahre massive Probleme, Dodson hat in dieser Saison einen Gegenpunkt-Schnitt pro Spiel von 0,86.

Ob die Bonner in der coronabedingt erheblich verkürzten Saison allerdings wirklich so stark wie ihr Ruf sind, ist noch gar nicht sicher. An den ersten drei Spieltagen trat der Deutsche Meister 2018 mit Berlin, Köln und Dortmund gegen die drei schwächsten Teams der Bundesliga Nord an. Und am vierten Spieltag setzte es bei den Dohren Wild Farmers prompt auch die erste Niederlage. Im zweiten der beiden Duelle blieben die Bonner aber klar Sieger.

„Wenn Du am Ende funktionierst, ist es egal, wie schwach die ersten Auftritte waren.“

Wayne Ough, Alligators-Trainer

Gleichzeitig haben die Alligators nach ihrem holprigen Saisonstart – die Solinger sind immer noch das einzige Team, das gegen Aufsteiger Dortmund eine Niederlage kassiert hat – zuletzt Selbstvertrauen getankt. Gegen die Berlin Flamingos gelang der Truppe beim 14:6 und 4:0 der erste Doppelsieg. Alex Valdez überragte auf dem Wurfhügel. „Deshalb wird er das erste Spiel in Bonn starten“, kündigt Wayne Ough an und lobt: „Er hat von Anfang an bewiesen, dass er bereit ist. Also wird er das Vertrauen im derzeit für uns wichtigsten Spiel überhaupt bekommen.“

Sollten die Solinger dieses erfolgreich gestalten, wären sie auch bei einer Niederlage im zweiten Duell noch nicht endgültig aus dem Play-off-Rennen, doch die Chancen würden auf ein Minimum sinken. „Die Jungs sind in der Lage, beide Spiele in Bonn zu gewinnen“, ist sich der Coach sicher. „Aber sie müssen es locker angehen lassen. Mein Gefühl ist, dass wir nicht so gut spielen, wenn wir zu großen Druck auf uns laden.“ Daher sei Oughs Einstellung, dass seine Mannschaft deutlich weniger zu verlieren habe als der Gegner.

Wer im zweiten Spiel als Pitcher beginnt, hat der Coach noch nicht entschieden. „Vieles deutet jedoch auf Ryan Johnson hin“, erläutert der Australier. Der Kanadier hat in seinen bisherigen Auftritten auf dem Mound zwar noch nicht überzeugt, aber „ich sehe, zu was er im Stande ist.“ Die Alligators haben unter der Woche ein Trainingsspiel bestritten, in dem der Zugang seine Qualität unter Beweis gestellt hat. „Er hat diese Leistung im Spiel noch nicht gezeigt. Aber ich habe großes Vertrauen, dass sich das ändert.“ Ough weiß, wovon er spricht. Der 41-Jährige hat viele Jahre selbst erfolgreich auf dem Wurfhügel gestanden und auch 2014 – beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft – mit Harry Glynne kurz vor den Play-offs einen bis dahin wechselhaft agierenden Pitcher in die Erfolgsspur gebracht. Dass Glynne stabil wurde, war ein entscheidendes Puzzleteil beim jüngsten Titelgewinn der Solinger Baseballer. „Entscheidend ist nicht der Anfang. Wenn Du am Ende funktionierst, ist es egal, wie schwach die ersten Auftritte waren“, sagt der Trainer.

Rund um die Alligators

Kader: Die Solinger fahren komplett nach Bonn. „Keiner ist ernsthaft angeschlagen, so dass ich für beide Spiele sehr optimistisch bin“, sagt Trainer Wayne Ough, der einen eigenen Einsatz auf dem Wurfhügel ausschließt.

Tickets: 265 Zuschauer lassen die Bonn Capitals auf ihre Anlage in der Rheinaue. Kurzentschlossene haben wohl keine Chance mehr. Die Karten für das Duell gegen Solingen waren innerhalb eines Tages ausverkauft.

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