In acht Jahren Bundesliga: Verschworene Horde ist noch nicht am Ziel

Jubel, Trubel, Aufstieg! Die TSV-Vierte ist feiererprobt und kostete natürlich auch den Sprung in die Kreisliga B in vollen Zügen aus. Foto: TSV
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Jubel, Trubel, Aufstieg! Die TSV-Vierte ist feiererprobt und kostete natürlich auch den Sprung in die Kreisliga B in vollen Zügen aus.

Fußballer des TSV Solingen 4 sind in die Kreisliga B aufgestiegen – Geselligkeit wird besonders groß geschrieben.

Von Fabian Herzog

Verrückt, verrückter, TSV Solingen 4 und 5! Viele Fußball-Mannschaften in den untersten Spielklassen leben den Kreisliga-Gedanken Woche für Woche und zelebrieren die Geselligkeit ausgelassen. Aber kaum eine dürfte die Kicker von der Höher Heide toppen. Dort haben die Trainer Markus „Mägüs“ Wagner, Kevin Wadenpohl, Dominik Nötzel und Nils Kronenberg eine wilde Horde um sich herum geschart, deren Leistungen außerhalb des Platzes lange die auf dem Spielfeld in den Schatten stellten.

Doch von Spiel zu Spiel hat sich in den vergangenen Jahren auch ein gewisser Ehrgeiz entwickelt. Spätestens, als die Vierte in der Saison 2018/2019 den Aufstieg in die Kreisliga B nur hauchdünn verpasste, waren die Ambitionen geweckt. In der zurückliegenden Spielzeit haben sie diesen nun vollbracht und sich als Fünfter einen Platz in der Neuntklassigkeit des Deutschen Fußballs gesichert. „Der Spaß ist dabei aber nicht verloren gegangen“, erzählt Wagner, der sich als eine der treibenden Federn an die Anfänge der – bevor es die Fusion mit Höhscheid gab – Aufderhöher Dritten erinnert: „Damals waren wir beim Training oft zu sechst und haben Drei gegen Drei im Sechzehner gespielt.“

Kader der Vierten und Fünften umfasst mittlerweile fast 50 Spieler

Diese Zeiten sind längst vorbei. Schnell wuchs der Kader auf eine Größe an, die die Aufteilung in zwei Teams erforderte. Aktuell sind es fast 50 Fußballer, die den TSV 4 und 5 bilden. Am Ziel angekommen sind diese aber längst noch nicht, wie Wagner mit einer Menge Humor versehen verdeutlicht: „Jetzt, wo wir es in die Kreisliga B geschafft haben, sind es nur noch acht Aufstiege bis in die Bundesliga.“ Bayern München, Borussia Dortmund und Co. sollten sich warm anziehen.

Zurück zur Realität und dem, was die verrückten Fußballer ausmacht. Mannschaftsabende stehen extrem hoch im Kurs. Da wird dann gerne auch mal ein amerikanischer Partybus gemietet, um zur Wuppertaler Hallengaudi in die Uni-Halle zu fahren. Gefeiert wird auch gerne beim Sponsor im Bergischen Hof, wo es seit Kurzem auch einen Stammtisch samt standesgemäßem Wimpel gibt. Oder die Party steigt nach dem Training einfach am Platz. „Wir haben in unserer Kabine drei Schränke“, erzählt Wagner. „Anderthalb davon sind mit Leibchen, Bällen und anderem Fußballkram gefüllt. Im Rest wird Bier gelagert.“ Kürzlich wurde eingekauft und für satte 120 Euro nachgelegt. Man will schließlich gerüstet sein für das große Abenteuer, das da heißt Kreisliga B.

Noch nicht verrückt genug? Die TSVer sind auch Spezialisten bei Gewinnspielen. Vor zwei Jahren gewannen sie 20 Top-Tickets für das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande auf Schalke. Stimmung auf den Plätzen, wo sonst eher keine Stimmung ist, war damit garantiert. Als dann auch noch Leroy Sané traf, auf den Spieler Ali Solmaz 50 Euro gewettet hatte, gab es kein Halten mehr. Wagner: „Wir sind komplett eskaliert.“

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