Fußball

Abschiedsgala ist der Mutmacher

Auf ihn ist Verlass: Davide Mangia führt die Torschützenliste in der Landesliga an. Der Stürmer des VfB ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt schaffen wird. Foto: Moritz Alex
+
Auf ihn ist Verlass: Davide Mangia führt die Torschützenliste in der Landesliga an. Der Stürmer des VfB ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt schaffen wird.

Landesliga: VfB belegt nach einem Viertel den vorletzten Platz.

Von Timo Lemmer

So gut es begonnen hatte, so schnell waren die überzeugenden Eindrücke verflogen. Die Auftakt-Partie der diesjährigen Landesliga muss beim VfB Solingen weiter als Spiegelbild der Hinrunde herhalten. Bei Aufsteiger SC Reusrath starteten die Baverter famos, führten nach elf Minuten 2:0 und zur Pause mit 3:1. Schneller Offensivfußball, hohe Ballgewinne, rasantes Umschalten waren Trumpf – und doch unterlagen die Solinger noch 3:5. Es folgte eine weitere Niederlage gegen einen Aufsteiger. Auch gegen Hilden 2 fing sich der VfB beim 1:4 viele Gegentore. Trainer Necati Ebrem war nach dieser Partie bereits weg. Seine Nachfolger, das Duo Rossi Tilaro/Erdim Soysal, holten in den folgenden fünf Partien zwar immerhin zwei Siege, die Probleme aber blieben bislang die gleichen.

Ganz offensichtlich ist, dass sich der VfB in jedem Spiel viel zu viele Gegentore einhandelt. Die Bilanz der ersten sieben Spieltage, die den VfB auf den vorletzten Rang brachten: fünf, vier, drei, vier, fünf, sechs und ein Treffer für den Gegner. Die eine Zahl, die nicht in diese Reihe passt, ist derweil der Mutmacher für das klassenhöchste Solinger Fußball-Team – das zieht aus dem 4:1-Erfolg im letzten Spiel vor dem Meisterschaftsstopp gegen die SG Unterrath eine Menge Selbstvertrauen. „Das ist ein ganz wichtiger Sieg gewesen, weil wir gesehen haben, was möglich ist, als zumindest mal vier Spieler zurück waren“, sagt der Sportliche Leiter Inno Scialabba.

„Wenn wir relativ komplett sind, dann haben wir eine super Truppe.“
Erdim Soysal, VfB-Trainer

Denn zur Wahrheit beim VfB gehört in der Tat auch ein schier unfassbares Verletzungspech. Scialabba: „Was in den ersten Wochen los war, das war für die Mannschaft wie ein Beinbruch.“ Zahlreiche Leistungsträger fielen permanent aus. Und da sind noch nicht einmal Akteure wie Matteo Agrusa und Eray Bastas eingerechnet, die als langjährige Oberliga-Kicker dauerhafte Stützen sein wollen und müssen, sich aber in vielen Wochen angeschlagen in den Dienst der Mannschaft stellten. Erdim Soysal: „Wenn wir relativ komplett sind, dann haben wir eine super Mannschaft. Da sind wir stark genug für die Liga, wenn nicht sogar fürs Mittelfeld. Außerdem ist der Teamgeist absolut super.“

Aktuell trainieren die VfB-Kicker individuell, Tracking-Apps machen die Überprüfung einfach. „Wir haben ihnen einen Plan mitgegeben, damit sie fit bleiben“, sagt Scialabba. Man müsse eben von einem Start im Dezember ausgehen. „Aber ich gehe nicht davon aus, dass wir dieses Jahr noch mal spielen, da uns zwei Wochen vorher der Trainingsbetrieb ermöglicht werden soll.“ Dann wäre schon fast Weihnachten. Scialabba: „Ich hoffe auf Mitte Januar oder Anfang Februar.“

In der Pflicht stehen in den verbleibenden Saisonspielen – wie viele es auch sein mögen – die arrivierten Spieler. Denn es sind die Youngster, die bislang für positive Noten sorgten. Allen voran die pfeilschnellen Offensiv-Kräfte Niklas Albrecht (zwei Tore, vier Assists) oder Marvin Stahlhaus (zwei Treffer, eine Vorbereitung – beide Jahrgang 2002), aber auch die später hinzugekommenen Antonio Marinovic (19) und Ryotaro Fujimoto (20). Die VfB-Lebensversicherung der letzten Jahre, Vincenzo Lorefice, kommt hingegen erst auf einen Einsatz, Agrusa und Bastas spielten oft nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, und auch der sonst unkaputtbare Kapitän Francesco La Rosa hatte häufiger Verletzungsprobleme. Er findet: „Bisher lief es nicht wie geplant. Wir wollten nach dem vorherigen Saisonabbruch ja unbedingt beweisen, dass wir in die Landesliga gehören. Aber wir haben an keinem Spieltag mit der gleichen Elf spielen können.“

Gerade Schlüsselspieler seien in der Summe nicht zu ersetzen – aber gegen Unterrath sei noch mal klar geworden, dass es mit vollem Kader gegen alle reicht. La Rosa: „Die Mannschaft hat dieses Jahr die perfekte Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, so dass ich überzeugt bin, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.“

Davide Mangia

Torgarant: Der beste Landesliga-Torjäger nach acht Spieltagen heißt Davide Mangia. Der 28-jährige Solinger hat in den sieben VfB-Spielen bereits acht Mal getroffen. Beim wichtigen und mutmachenden 4:1 gegen Unterrath erzielte er gar einen Dreierpack. Das bestärkt insbesondere auch den Stürmer selbst – zumal Mangia in seinen Landesliga-Spielzeiten für Hilden-Nord (2013/14) sowie den MSV Düsseldorf (2019/20) bisher nie seine unfassbare Bezirksliga-Quote erreichen konnte. Dort traf er für den BV Gräfrath (24), den BSC Union (26 und 27), den VfB (25) oder Wülfrath (32 und 31) stets, wie er wollte.

Klassenerhalt: Mangia selbst findet: „Nach vorne harmonieren wir alle sehr gut. Meine Mitspieler setzen mich wirklich super ein. Schade, dass gerade jetzt, wo es gut lief, uns Corona aufhält.“ Der Stürmer profitiert von der offensiven Ausrichtung der Elf, und zeigt sich selbst zuletzt eiskalt. Nachdem Mangia, der schon in der letzten Winterpause aus Düsseldorf zurück zum VfB gekommen war, aufgrund eines Formfehlers nicht eingesetzt werden durfte, sei er nun „besonders motiviert und positiv“ in die Saison gegangen. Die soll auch so enden, sagt der Knipser: „Wir werden die Liga halten. Davon bin ich überzeugt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hans-Joachim Erbel aus Solingen leitet den nationalen Pferdesport
Hans-Joachim Erbel aus Solingen leitet den nationalen Pferdesport
Hans-Joachim Erbel aus Solingen leitet den nationalen Pferdesport
Olympia: Sanità erlebt tolle Premiere
Olympia: Sanità erlebt tolle Premiere
Olympia: Sanità erlebt tolle Premiere
Größe des Hilfsteams im Ittertal übersteigt die Erwartungen
Größe des Hilfsteams im Ittertal übersteigt die Erwartungen
Größe des Hilfsteams im Ittertal übersteigt die Erwartungen
BHC-Kooperation der Sportstadt Düsseldorf sorgt für Ärger
BHC-Kooperation der Sportstadt Düsseldorf sorgt für Ärger
BHC-Kooperation der Sportstadt Düsseldorf sorgt für Ärger

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare