Fußball

98 Tage, 26 Punkte und viel Sicherheit später

Emin Safikhanov (l.) gelang der DV-Siegtreffer gegen Ahmed Al Khalil und den FCR.
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Emin Safikhanov (l.) gelang der DV-Siegtreffer gegen Ahmed Al Khalil und den FCR.

Landesliga: Ditib-Vatanspor schlägt den FC Remscheid 3:2 (1:0).

Von Timo Lemmer

In der Schlussphase hatte Ditib-Vatanspor noch eine ganze Menge zu überstehen. Ein gegnerischer Freistoß ans Lattenkreuz, ein freier Ball, den DV-Keeper Asterios Karagiannis super abwehrte. Zu viel? Es schien so, als der FC Remscheid in der 84. Minute auf 2:2 stellte. Das gesamte Spiel drohte zu kippen. Doch DV hat sich in den letzten Wochen Selbstvertrauen erarbeitet. Viel Selbstvertrauen. Die Ereignisse überschlugen sich jetzt. Den Schlusspunkt setzte DV: Emin Safikhanov traf in der 84. Minute zum 3:2 (1:0)-Erfolg. Von heroischen Kriegern sprach Derbysieger-Trainer Engin Kizilarslan später.

Aufsteiger DV ist inzwischen von einem ganz anderen Selbstverständnis geprägt, hat viel Sicherheit gewonnen. Nichts erinnerte mehr an das 0:9 zum Saisonauftakt in Lennep. Nicht mal Wut schwang bei den Hausherren gegen den Gegner von damals mit. Stattdessen bis zum eigenen 2:0 Leichtigkeit und Intensität – meist in der richtigen Mischung. Yuyi Adachi leistete sich einen der wenigen Fehler vor der Pause, leitete mit seinem Fehlpass einen FCR-Konter ein. Doch Furkan Kücüktireli war direkt am Gegenspieler dran, machte im Mittelkreis das notwendige Foul. Er war nicht nur deshalb besonders auffällig, weil er bei eisigen Temperaturen als einziger DV-Akteur kurzärmlig auflief. Stichwort Intensität.

Die bot DV auch beim Führungstreffer. Eine Ecke von rechts konnte Ismail Cakici nur deshalb so spielerisch verwerten, weil ein Mitspieler zuvor Platz erarbeitet hatte. Sicherlich an der Grenze, aber passend zur Spiellinie des Schiedsrichters.

DV nahm nun Fahrt auf, biss sich allerdings häufig noch die Zähne aus. Dennoch hatte Soufiane Azhil kurz vor der Halbzeit eine blendende Chance aufs 2:0. Einen möglichen Gegentreffer – FCR-Mann Malte Lüttenberg hatte sich links klasse durchgesetzt - verhinderte eine gute Fußreaktion von Karagiannis.

Sufian Abou Laila (hinten) sah in der 90. Minute noch Rot.

Doch nach dem eigenen 2:0 nach 55 Minuten war Sendepause. Und das nach einer bis dato blitzsauberen Leistung. Remscheid kam massiv auf, nachdem Volodymyr Zaimenko – als Innenverteidiger zu Höherem berufen – das 2:0 erzielt hatte. Eine schöne Abnahme aus der Luft. Remscheid reagierte wütend auf die vorangegangene Strafraum-Belagerung durch DV. Wurde offensiver, aber zunächst nicht zielgenauer. Der DV-Knoten lockerte sich erst, als der FCR sehr viel nach vorne warf. Bei einem kurz ausgeführten Freistoß schlief die Defensive. Germano Bonanno nutzte das zum Remscheider Anschluss.

Jetzt wurde es endgültig hektisch. Ditib-Vatanspor schien den Kopf zu verlieren, seine Linie ganz gewiss. Das bemerkte auch der Trainer: „Remscheid hatte sicherlich am Ende das Momentum. Wir haben uns sehr reindrücken lassen.“ Sicherlich hätten die meisten der etwa 250 Zuschauer nach dem 2:2, das in der 84. Minute fiel, damit gerechnet, dass der FCR nun sogar drei Punkte eintütet.

Tat er aber nicht, weil DV vor Selbstvertrauen strotzt: Keine 120 Sekunden später traf Safikhanov zum 3:2. Riesenjubel. Remscheid vergab noch eine Chance, das Spiel war aus. Nach dem Debakel zum Auftakt waren es die Zähler 24 bis 26. Was sich seitdem geändert hat? Kizilarslan: „Was wir entwickelt haben, sind Spaß und Lust. Die Truppe soll einfach nur Fußball spielen. Das kann sie.“ Ditib-Vatanspor ist ganz oben dabei.

DV: Karagiannis; Yagmur, Abou Laila, Zaimenko, Urata, Kücüktireli (74. Veliyan), Azhil (79. Agzikara), Adachi (90. Ohnishi), Türkmen, Safikhanov, Cakici

Tore: 1:0 (32.) Cakici, 2:0 (55.) Zaimenko, 2:1 (72.), 2:2 (85.), 3:2 (88.) Safikhanov

Nächstes Spiel: Sonntag, 11. Dezember, 15.30 Uhr, zuhause gegen SC Reusrath

Blaulicht

Derbys von FCR gegen Solingen wurden einige Jahre vermieden. Diesmal endete das Spiel dann auch prompt mit Blaulicht. Eine Schlägerei hatte die Polizei aber nicht zu klären. Ein Dutzend Remscheider hatte die Schiedsrichter auf dem Weg zur Kabine beleidigt. Solinger brüllten massiv zurück. Ordner schritten schnell ein. Es blieb beim verbalen Schlagabtausch.

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