Badminton

An 2020 wird sich Niklas Niemczyk auch gerne erinnern

DM-Bronze: Der größte Triumph seiner Laufbahn.
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DM-Bronze: Der größte Triumph seiner Laufbahn.

Der Kapitän des STC Blau-Weiß Solingen feiert den größten Erfolg seiner Badminton-Karriere – dann kommt Corona.

Von Daniel Bernards

In Solingen hat Niklas Niemczyk nie gewohnt. Geboren in Essen und aufgewachsen in Mülheim an der Ruhr, ist sein erster Wohnsitz seit Beginn des Wirtschaftsmathematik-Studiums in der Domstadt Köln. Und dennoch: Als langjähriger Spieler des STC Blau-Weiß und als Kapitän der Zweitliga-Mannschaft ist der 27-Jährige aus der Sportlandschaft der Klingenstadt nicht mehr wegzudenken. Derzeit stellt den Sportler die besondere Situation vor Herausforderungen – und das in einem Jahr, das an sich schon besonders für Niklas Niemczyk war.

„Es ist mehr wert als alle Jugendtitel zusammen.“

Niklas Niemczyk über DM-Bronze

Ende Januar, als der Zusammenbruch des Sportbetriebs noch unvorstellbar zu sein schien, feierte der STC-Spieler den größten Erfolg seiner sportlichen Karriere und erfüllte sich einen persönlichen Traum. Bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen gewann er die Bronzemedaille im Einzel. „Obwohl ich bereits in allen Jugendklassen DM-Medaillen gewinnen konnte, kam das für mich unerwartet. Es ist mehr wert als alle Jugendtitel zusammen.“

Mit voller Dynamik präsentiert sich Niklas Niemczyk auf dem Badminton-Feld. Dorthin möchte er so schnell es geht zurückkehren.

Zugleich sei der Medaillengewinn auch ein „Einschnitt“ gewesen, denn mit der Erfüllung dieses Traumes sei „etwas eines selbst gesetzten Druckes“ von ihm gewichen, erzählt Niemczyk. Immerhin waren bei den Titelkämpfen „die besten Spieler der Republik“ dabei. Überhaupt liefen die Monate vor der Zwangspause gut – das Zweitliga-Team des STC überzeugte als Aufsteiger und beendete die abgebrochene Saison als Vierter.

Ambitioniert war Niemczyk aber schon bei seinem Wechsel zum Traditionsverein aus der Klingenstadt im Jahre 2009 gewesen. Zu diesem Zeitpunkt spielte der 16-Jährige bereits bei den Herren seines Heimatclubs Grün-Weiß Mülheim in der Landesliga. Klar war aber auch: „Höher konnte es für mich dort nicht gehen, und so musste ich mich verändern.“ Niemczyk nutzte seine Kontakte zu einem Sprung mit Perspektive: „Die 2. Liga war schon etwas, wo ich zu dem Zeitpunkt hin wollte, und, was ich mir zugetraut habe.“ Auch aus dem Grund wechselte er zur Oberstufe die Schule und besuchte ein Sportgymnasium.

Mit fünf Jahren hatte Niklas Niemczyk mit seiner Sportart, die er jetzt schon 22 Jahre lang betreibt und für die er neben seinem Studium teilweise 30 Stunden pro Woche investiert, begonnen. Am Anfang noch zweigleisig neben der Leichtathletik, setzte sich Badminton schnell durch. Er schätzt besonders die Vielseitigkeit: „Es gibt im Badminton viele Möglichkeiten, zum Sieg zu kommen. Ob durch besondere Härte in den Schlägen, große Schnelligkeit oder durch ein ausgeprägtes technisches Verständnis und Raffinesse.“

Ein Einschnitt und eine noch größere Zuwendung zum in Deutschland oft unterschätzten Badminton-Sport brachte das soziale Jahr, das Niemczyk nach dem Abitur am Landesstützpunkt in seiner Heimatstadt absolvierte: „Dort kam ich dann auf die Trainerschiene.“ Von Kindergarten-Kindern bis zu Jugendlichen habe er verschiedene Altersklassen trainiert und sei auf den Geschmack gekommen. Nach Stationen in Lützenkirchen und Düsseldorf trainiert er bereits seit einigen Jahren den blau-weißen Nachwuchs in Solingen in der Funktion des Jugendkoordinators.

Erstliga-Aufstieg ist ein langfristiges Ziel

Die teilweise sehr erfolgreichen Nachwuchskräfte des Vereins sieht er eher im Badminton-Oberhaus als sich selber: „Mein höchstes Leistungsniveau wird in den nächsten Jahren schwer zu halten sein, besonders wenn ich mein Studium beende und in den Beruf eintrete.“ Allerdings: „Wenn ich miterleben kann, dass das von mir begleitete Spieler schaffen, ist das auch nicht so schlecht.“ Ein Aufstieg der ersten Mannschaft des STC BW Solingen gehöre eben in die Kategorie „langfristiges Ziel“.

Fast täglich hält sich Niklas Niemczyk mit einem einstündigen Workout in Form.

Kurzfristig freut sich der Kapitän darüber, dass zumindest einige Sportzentren wieder geöffnet haben, wo unter Auflagen das Badmintonspielen wieder möglich ist. Zugleich hoffen sicher nicht nur die Spieler von Blau-Weiß Solingen auf eine Wiedereröffnung der Hallen, um trainieren zu können. In den vergangenen Wochen, in denen das nicht möglich war, hielt sich Niemczyk zusammen mit seiner Partnerin in Köln mit nahezu täglich durchgeführten „anspruchsvollen Einstunden-Workout“ in Form. Etwas mehr Zeit blieb wohl auch für sein einziges Hobby neben dem Sport: „Spiele aller Art, ob Gesellschaftsspiele oder am Computer.“

Zur Person

Seit 2009 tritt Niklas Niemczyk für den STC Blau-Weiß Solingen an. Der 27-jährige Wahl-Kölner ist damit dienstältester Spieler der Zweitliga-Mannschaft. Neben Bronze bei der DM gewann der Teamkapitän bereits die Westdeutsche Meisterschaft der U22 im Einzel und Doppel.

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