„Take it to the Louvre!“

Alice Cooper & Co.: Können Rockstars auch zeichnen?

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Gunther Matejka mit dem Selbstporträt von Alice Cooper.

Regensburg - Phil Collins sieht ziemlich fröhlich aus, Mark Knopfler dagegen etwas ernst. Und Jazz-Legende Al Jarreau ist ein lustiges Strichmännchen. Die Selbstporträts der Musiker sind zurzeit in Regensburg zu sehen.

Gesammelt hat die Unikate der Münchner Musik-Journalist Gunther Matejka. Alles begann mit Alice Cooper: Die Rock-Legende zeichnete 1992 mit blauem Kuli das erste Werk für die Sammlung. „Er hatte damals ein Konzeptalbum herausgebracht, das auf Comiczeichnungen basierte“, erklärt Matejka. Im Gespräch fragte er Cooper, ob er selbst zeichnen könne und bereit wäre, ein Porträt von sich zu skizzieren. Das Ergebnis ist beeindruckend: Innerhalb weniger Minuten hatte der Musiker eine Profilansicht von sich aufs Papier gebracht. Seine markante Nase ist perfekt getroffen.

„Daraus entstand die Idee, das zur letzten Frage jedes Interviews zu machen“, sagt der Journalist. Die kuriosen Ergebnisse sammelte er feinsäuberlich in einer Mappe: Phil Collins als Strichmännchen mit übergroßen Drumsticks hinter seinem Schlagzeug oder ein barfüßiger Matthias Reim mit Haarmatte und „Verdammt“-Schriftzug-Kette um den Hals.

Bei manchen Musikern kam dabei großes zeichnerisches Talent zum Vorschein: „Einige haben einen richtigen Ehrgeiz entwickelt und wollten das auch gut machen“, sagt Matejka. Oft blieb nicht viel Zeit, die Interviews dauerten nur 30 Minuten. Eine seiner Lieblingszeichnungen stammt von Mark Knopfler, Sänger der Dire Straits. „Als ich ihn fragte, meinte er: Warte, ich muss mir kurz den hässlichsten Menschen der Welt vorstellen“, sagt Matejka.

Alle Porträts wurden frei aus dem Kopf gemalt, niemand bekam einen Spiegel. So wurden die Zeichnungen gleichzeitig zur Psychoanalyse: „Sir Cliff Richard“, sagt Matejka, „der die meisten Singles weltweit verkauft hat - malt sich in eine Ecke des Papiers, so klein wie eine Briefmarke.“ Für andere Künstler habe dagegen das Blatt gar nicht groß genug sein können. „Man sieht auf einen Blick, wie es um das Ego gestellt ist“, sagt der Journalist.

So sieht es aus, wenn Rockstars zeichnen

Zusammen mit Reiner Meyer, Leiter der Städtischen Galerie, suchte Matejka die besten Zeichnungen aus, die nun das erste Mal in Bayern zu sehen sind. Für die Ausstellung wurden sie thematisch geordnet: „Viele Musiker haben sich zum Beispiel mit Zigarette im Mund gezeichnet“, erklärt Meyer. „Die haben wir zusammengelegt in der „Raucherecke““. Die Sammlung enthält auch Zeichnungen, die in dieser Art nie wieder entstehen werden. „Künstler wie Lou Reed oder Michael Hutchence, die leider bereits verstorben sind, haben sich hier verewigt“, erklärt Meyer. Für die Ausstellung namensgebend sei die Notiz auf der Zeichnung von Jazzlegende Al Jarreau gewesen, der über sein Strichmännchen mit Mikrofon schrieb: „Take it to the Louvre!“

Die Besucher können im Ausstellungsraum auch überprüfen, wie es um ihr eigenes Ego bestimmt ist: Auf einem Tisch sind Papier und Stifte ausgelegt. Die Strichführung der Weltstars begutachten können die Besucher noch bis zum 1. März 2015.

dpa

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