Echo-Skandal weitet sich aus

Klaus Voormann gibt Echo für Lebenswerk zurück

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Klaus Voormann (links) und Wolfgang Niedecken bei der Echo-Verleihung 2018.

Klaus Voormann wurde am Donnerstag mit dem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Nun gibt der Musiker und Grafiker den Preis zurück  - aus Protest.  

München - Aus Empörung über die Würdigung der Rapper Kollegah und Farid Bang mit einem Echo-Musikpreis gibt der Musiker und Grafiker Klaus Voormann seine eigene Trophäe zurück. 

Große Enttäuschung

„Was sich für mich als Geschenk anlässlich meines 80. Geburtstags anfühlte, entpuppt sich nun als große Enttäuschung“, teilte Voormann am Montag in München mit. In seinem Statement über das Spiegel Online berichtet, betonte Voormann, er habe sich mit der Entscheidung ganz bewusst Zeit gelassen, habe die Texte des unter anderem wegen Antisemitismusvorwürfen umstrittenen Albums von Farid Bang und Kollegah gelesen, um sich so eine fundierte Meinung bilden zu können. Mit der Rückgabe des am Donnerstag an ihn verliehenen Preises wolle er "sein Unverständnis ausdrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen."

Der Musiker, der am 29. April seinen 80. Geburtstag feiert, hatte am Donnerstag einen Echo für sein Lebenswerk erhalten. Ein Interview mit Klaus Voormann zu seinem 75. Geburtstag können Sie hier in der tz.de* lesen. Auch die Rapper Kollegah und Farid Bang waren mit dem Musikpreis ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ geehrt worden. Das Album wird wegen Textzeilen, wie „Mein Körper definiert sich als von Auschwitzinsassen“ als antisemitisch kritisiert. 

Die Kritik nach der Echo-Verleihung war deswegen groß. Selbst Außenminister Maas meldete sich zu Wort.

Sind die Echos ein wichtiger Musikpreis?

Die Echos sind Deutschlands wichtigster Musikpreis. In diesem Jahr wurde die Verleihung von dem Skandal um Kollegah und Farid Bang überlagert. In einer Erklärung kündigte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), Florian Drücke, am Montag an, den Preis zu überarbeiten. Dies schließe die Analyse und Erneuerung der mit der Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen ein.

Drücke betonte, auch der BVMI lehne "jede Art von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Gewaltverherrlichung" ab. "Die Art und Weise der öffentlichen Befassung mit der Auszeichnung des Albums führte zu einer Welle der Betroffenheit, die uns sehr bestürzt und die den Preis überhöht und zugleich überfordert."

dpa/AFP


*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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