Ende-zu-Ende-Codierung

WhatsApp-Neuerung: Das müssen Sie zur Verschlüsselung wissen

München - Seit neuestem sind WhatsApp-Nachrichten verschlüsselt. Doch was bedeutet das genau und wozu dient der QR-Code? Wir klären auf.

Nanu, was ist das denn für eine seltsame Meldung? Anfang April entdeckten zahlreiche WhatsApp-User eine mysteriöse Nachricht in vielen ihrer Chat-Verläufen. "Nachrichten, die du in diesem Chat sendest, sowie Anrufe, sind mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt", steht da geschrieben. Klingt zunächst gut. Doch was genau bedeutet das? Und wozu dienen der QR-Code und die Sicherheitszahlen? Wir klären auf.

Was bedeutet die Verschlüsselung?

Alle Inhalte, die über WhatsApp laufen, sind künftig mit Verschlüsselung geschützt und für Dritte nicht einsehbar. Das betrifft Texte und Fotos genauso wie Videos oder Anrufe. Auch WhatsApp selbst wird keinen Zugriff mehr darauf haben und kann damit die Inhalte auch nicht mehr an Sicherheitsbehörden weitergeben. „Niemand außer dem Absender und dem Empfänger kann die Nachrichten sehen - weder WhatsApp noch Facebook noch irgendwelche Hacker, Kriminelle noch Diktatoren", sagte WhatsApp-Chef Jan Koum dem Focus.

Wo funktioniert die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sollte plattformübergreifend funktionieren. Also auch bei Chats zwischen Nutzern der Betriebssysteme iOS, Windows Phone und Android.

Muss ich die Verschlüsselung selbst aktivieren?

Nein! Bei der neuesten WhatsApp-Version (vom 31. März) ist die Verschlüsselung voreingestellt. Bedeutet: Wer diese Meldung schon in seinem Chat-Verlauf sieht, hat bereits die aktuellste Version und muss sich um nichts kümmern. 

Wozu sind QR-Code und Sicherheitsnummer da?

Dieser Haken erscheint kurzzeitig, wenn die Verbindung zwischen zwei Chattern verschlüsselt ist.

Unter "Kontaktinfo" im Chat mit einer Person oder Gruppe kann man den Menüpunkt "Verschlüsselung" aufrufen. Dort wird dem Handy-Besitzer dann nicht nur ein QR-Code angezeigt, sondern auch eine 60-stellige Nummer. "Scanne den Code auf dem Telefon deines Kontakts, oder bitte deinen Kontakt, deinen Code zu scannen, um zu bestätigen, dass deine Nachichten und Anrufe an ihn Ende-zu-Ende verschlüsselt sind", schreibt WhatsApp als Anweisung zu dem Code. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die beiden Chatter schon mal seit der Umstellung geschrieben haben. Scannt der WhatsApp-Nutzer den Code und die Verbindung zu dem Chat-Partner ist verschlüsselt, erscheint anstelle des QR-Codes für kurze Zeit ein grüner Haken (siehe rechts), der dann wieder verschwindet. 

Wer seinen Chat-Partner nicht zufällig neben sich sitzen hat und losscannen kann, der kann aber auch einfach die 60-stellige Nummer mit demjenigen vergleichen. Jeder Chat hat nämlich seine eigene Sicherheitsnummer, die bei allen Chat-Beteiligten gleich sein sollte. Ist sie dies, gilt auch hierdurch die Verbindung als verschlüsselt.

Was, wenn ich den Verschlüsselungshinweis noch gar nicht sehe?

Sollten Sie in keinem ihrer Chat-Verläufe bisher auf die Meldung (siehe Bild ganz oben) gestoßen sein, haben Sie höchstwahrscheinlich noch nicht die neueste WhatsApp-Version auf Ihrem Smartphone. Erst mit ihr tritt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Kraft.

Sollten Sie die Nachricht nur in einigen Ihrer Chatprotokolle sehen, liegt der "Fehler" nicht bei Ihnen, sondern bei Ihrem Chatpartner. Der hat dann nämlich offenbar noch nicht die neueste WhatsApp-Version - was sich aber bestimmt ganz schnell ändern lässt.

mes

Rubriklistenbild: © Screenshot

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