Neustart der Reihe

Reboot der Rennserie: "Need for Speed" im Test

München - Das neue "Need for Speed" ist ein Reboot der Rennspiel-Reihe. Wie gut EA und Ghost Games der Neustart gelungen ist, erfahren Sie im Text.

Nach über einem Jahr Abwesenheit legt "Need for Speed" eine fulminante Rückkehr hin. Das Comeback erfolgt im Geiste der „Underground“-Spiele, die 2003 und 2004 für Furore sorgten und Fans sowie Kritiker gleichermaßen begeisterten. Insofern darf man das neue „Need for Speed“ als Reboot der Reihe ansehen. Im Stile der „Fast an Furious“-Filmreihe. Zwei Jahre liegen zurück, seit „Rivals“ als erstes NFS-Game für die Next-Gen-Konsolen erschien. Und eher so lala begeisterte. Man darf es auch gleich verraten: Der Neustart mit dem neuen „Need for Speed“ tut der Reihe richtig gut. Das Spiel sieht fantastisch aus und die Motorengeräusche hören sich sensationell gut an.

Nach wie vor kommt „Need for Speed“ eher als Arcade-Racer denn als Rennsimulation daher. Entwicklerstudio Ghost hat uns ein paar neue Tuning-Elemente beschert, mit denen wir entscheiden können, ob wir im Grip- oder im Drift-Modus fahren wollen.

"Need for Speed": Perfektes Racing-Feeling, sensationelle Sounds

Das neue „Need for Speed“ beschert uns ein perfektes Racing-Feeling. Es macht einfach einen Wahnsinns-Spaß über Straßen und durch die wunderschönen Städte zu brettern. Vor allem im Bumper-Modus, der das eigene Auto von hinten zeigt, sieht die Raserei schon sehr stark aus. Auch die Soundeffekte sind äußerst gut gelungen. Vor allem die quietschenden Reifen bei den Drifts und die Motorengeräusche geben einem das perfekte Renn-Feeling.

Schauplatz für das neue „Need for Speed“ ist die offene Spielwelt Ventura City. Diese Stadt samt Umgebung ist unverkennbar der US-Westküstenmetropole Los Angeles nachempfunden. Ventura City besteht aus mehreren Bezirken mit Innen- und Vorstädten, Industriegebieten sowie den unentbehrlichen Gebirgspässen.

Was ein wenig komisch rüberkommt: In der Regel rast man nachts durch die Gegend. Dann bricht ein neuer Tag an – und dann wird es plötzlich wieder dunkel. Aha. Da fragt man sich schon, was sich die Entwickler dabei gedacht haben. Wollen die uns die kalifornische Metropole L.A. respektive Ventura City echt ohne Sonnenschein verkaufen? Come on! Aber okay: Die illegalen Rennen finden ja bevorzugt nachts statt.

In den Zwischensequenzen agieren echte Schauspieler. Bei denen man sich manchmal aber fragt, ob die nicht eher Automechaniker als Beruf gelernt haben. Manche der Auftritte wirken ziemlich bemüht. Man kann sich richtig vorstellen, wie der Regisseur die Anweisung gab: „Jetzt mach mal das und das – aber bitte vergiss die coole Jugendsprache nicht. So halt mit viel ‚Yo Man‘ und ‚Bro‘!“ Außerdem werden sehr viele Energy Drinks konsumiert. Und das Wort „Hashtag“ wird auch viel zu oft benutzt. Ebenso wie der besonders coole Fistbump-Gruß.

Diese fünf Spielmodi sind in der "Need for Speed"-Kampagne geboten

Insgesamt stellen die fünf Hauptfiguren im Spiel fünf verschiedene Elemente von „Need for Speed“ dar:

  • Speed: In diesen Rennmodi geht es um Geschwindigkeit. Also. Wer fährt die besten Zeiten. Ohne den Einsatz von Nitro, um dem Wagen auf maximale Beschleunigung zu bringen, kommt man nicht weit.
  • Drift: Driften halt. Also das gleiten um Kurven mit quietschenden Reifen. In diesem Modus gewinnt nicht der Schnellste, sondern derjenige, der in möglichst langen Drifts die meisten Punkte holt.
  • Schrauber: Hier steht das Tuning im Mittelpunkt. Die „Schrauber“-Missionen werden zum Teil nur freigeschaltet, wenn man die Autos vorher mit bestimmten Upgrades versehen und auf eine bestimmte PS-Zahl hochgerüstet hat.
  • Crew: Abermals ist der Name Programm. In diesem Modus geht es um Teamfähigkeit. Zwei oder mehr Fahrer nehmen im Team an den Rennen teil. Sehenswert: Im „Drift Train“ driften die Crew-Mitglieder synchron um die Kurven.
  • Outlaw: Diese Modus bietet genau das, was für viele Gamer den Reiz von „Need for Speed“ ausmacht: Verfolgungsjagden mit den Cops, Straßensperren durchbrechen und schließlich auf colle Art entkommen.

Der Fairness halber muss man aber sagen: Sogar die unglücklich agierenden Mimen in den Zwischensequenzen trüben den Spielspaß kein bisschen. Man zockt „Need for Speed“ immer und immer wieder. Bis sich dann Enttäuschung über der viel zu frühe Ende der Single-Player-Kampagne einstellt. Die 79 Events haben manche Gamer in zwei Tagen durch. Aber dann gibt es ja noch die Multiplayer-Modi. Immer findet man Gamer, mit denen man sich online Rennen liefern kann. Das tröstet ein wenig über den zu kurzen Einzelspieler-Modus hinweg. Entwickler Ghost sei es mal deutlich gesagt: Es soll auf diesem Planeten noch immer Casual-Gamer geben, die ein Spiel nicht nur wegen des Online-Mehrspieler-Modus kaufen. Man möchte es kaum glauben.

„Need for Speed“ bietet insgesamt 51 verschiedene Autos. Das ist zwar deutlich weniger als beim Racer-Konkurrenten „Forza Horizon 2“. Trotzdem ist für jeden Geschmack was dabei. Die Stellplätze in der Garage sind auf fünf limitiert. Allerdings liegt der Fokus bei „Need for Speed“ nicht auf dem Sammeln möglichst vieler Karossen, sondern auf dem Zusammenbasteln des perfekten Rennautos. Die Autos lassen sich in 20 Kategorien tunen. Was toll ist: Das Fahrverhalten ändert sich durch die Upgrades signifikant. Egal ob Nitro, Grip oder Lenkradeinschlag: Jede Verbesserung wirkt sich umgehend auf das Fahrgefühl aus.

"Need for Speed" im Test: Das Fazit

„Need for Speed“ ist ein tolles Rennspiel – mit einer leider viel zu kurzen Kampagne. Wer hingegen Racer am liebsten online spielt, wird vom Reboot der Reihe über Wochen und Monate bestens unterhalten.

"Need for Speed" ist für Playstation 4, XBox One und PC erschienen. Preis: Rund 50 Euro. Altersferigabe: Ab 12 Jahren

Rubriklistenbild: © Electronic Arts

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