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Video-Streaming für alle: Das kann das neue "Facebook Live"

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Bei Facebook ist es nun möglich, Live-Videos von sich zu drehen und diese auch live zu kommentieren.

Menlo Park - Mark Zuckerberg hat das „nächste große Ding“ für Facebook entdeckt: Live-Videos vom Smartphone. Um sich gegen die starke Konkurrenz zu behaupten, gibt es interessante Features.

Facebook gibt allen seinen über 1,6 Milliarden Nutzern die Möglichkeit, Live-Videos über die Plattform des weltgrößten Online-Netzwerks zu senden. Zudem bekommen die Live-Streams einen eigenen Bereich in der Facebook-App für mobile Geräte.

Die Funktion "Facebook Live" wird es den Angaben zufolge ermöglichen, direkt die populärsten Live-Videos anzuschauen, die ähnlich wie beim Konkurrenzdienst Periscope von Twitter auf einer Karte angezeigt werden. Die Streams sind auf die thematischen Interessen des Nutzers zugeschnitten. Die Versender von Live-Videos haben bei Facebook künftig die Möglichkeit, den Kreis der Empfänger auf eine bestimmte Gruppe oder auf ein bestimmtes "Ereignis" zu begrenzen. So können beispielsweise Freunde, die zu einer Party eingeladen wurden, aber nicht kommen können, zumindest per Live-Video teilnehmen. 

Ferner wird es nun möglich, dass die Nutzer die Live-Videos noch während der Übertragung direkt kommentieren, indem sie Buttons für "Reaktionen" anklicken. Die Auswahl reicht vom bekannten "Gefällt mir"-Button über "Love", "Haha" und "Wow" bis zu "traurig" und "wütend". Die Live-Reaktionen poppten in Echtzeit auf und verschwänden schnell wieder, so dass die Übertragenden "ein Gespür dafür bekommen, was die Leute an verschiedenen Punkten des Live-Videos empfinden", erläuterte der Leiter des Produktmanagements bei dem sozialen Netzwerk, Fidji Simo, am Mittwoch in einem Blog-Eintrag.

Starke Konkurrenz beim Live-Video-Streamen

Apps für Live-Streaming vom Smartphone gab es schon lange - doch sie waren nur mäßig populär. Vor rund einem Jahr setzte mit dem Start der Anwendungen Meerkat und Periscope eine für viele überraschende Renaissance ein. Mit Twitter im Rücken entschied Periscope dieses Rennen für sich und die Entwickler von Meerkat rücken inzwischen vom Live-Streaming ab und wollen die App als Online-Netzwerk mit einem Fokus auf Videos neu positionieren.

Das soziale Netzwerk hatte "Facebook Live" Mitte vergangenen Jahres gestartet. Zunächst war der Service für Promis reserviert, zuletzt wurde die Funktion jedoch auch für normale Nutzer in 60 Ländern, darunter Deutschland, lanciert. Laut US-Berichten soll es auch finanzielle Anreize für Prominente und Medienunternehmen geben, Live-Videos bei Facebook zu platzieren.

Facebook biete mit seinen vielen Nutzern ein größeres Publikum für Live-Videos als andere Plattformen, erklärte Zuckerberg. Das Netzwerk konkurriert bei Online-Videos mit der Google-Plattform YouTube, die auf rund eine Milliarde Nutzer kommt. Nach Informationen der Website „Venture Beat“ will Google unter dem Namen „YouTube Connect“ ebenfalls eine Plattform für Live-Streaming bieten.

"Neues goldenes Zeitalter für Video"

Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg hatte bereits angekündigt, dass Live-Videoübertragungen vom Smartphone aus für ihn ein nächster großer Schwerpunkt sind. Er rechnet damit, dass mit der Zeit auch Streams in virtueller Realität zum Alltag gehören werden.

Die Offensive bei Live-Video erfordert damit auch eine robuste Infrastruktur, die den höheren Datendurchsatz bewältigen kann. Der verstärkte Fokus auf Live-Videos sei im Februar beschlossen worden, sagte Zuckerberg der US-Website „Buzzfeed“. Wenige Tage danach sei ein Team aus 150 Programmierern abgestellt worden, um an der Integration in die App und dem Ausbau der Infrastruktur zu arbeiten.

„Wir betreten ein neues goldenes Zeitalter für Video“, sagte Zuckerberg „Buzzfeed“. Er wäre nicht überrascht, wenn in fünf Jahren Videos den Großteil der Videos bei Facebook ausmachen. Das Online-Netzwerk setzt in seinem Anzeigengeschäft auch verstärkt auf Videowerbung.

dpa/afp

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