Bei Neandertalern in Nordeuropa gab es Kannibalismus

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Nachbildung eines Neandertalers im Neanderthal-Museum in Mettmann. Foto: Federico Gambarini

Tübingen (dpa) - Unter den Neandertalern im nördlichen Europa hat es Forschern zufolge Kannibalismus gegeben. Darauf wiesen bestimmte Schnitt- und Schlagspuren an bis zu 45 500 Jahre alten Knochen aus den Höhlen von Goyet in Belgien hin.

Das berichten Wissenschaftler um Hervé Bocherens von der Universität Tübingen im Fachjournal "Scientific Reports". "Die Überreste wurden sehr intensiv genutzt und tragen Hinweise auf Enthäutung, Zerteilung und Extraktion des Knochenmarks", heißt es in einer Mitteilung der Universität zur Studie.

Ob sie symbolischen Handlungen oder als Nahrung dienten, sei unklar. Ähnliche Rückschlüsse auf Kannibalismus unter Neandertalern waren zuvor bereits für Knochen in Spanien und Frankreich gezogen worden.

Vermutlich hätten die Neandertaler die Knochen ihrer Mitmenschen auch als Werkzeuge benutzt, hieß es weiter. Das zeigten unter anderem vier Knochen, die zur Nachbesserung der Kanten von Steinwerkzeugen dienten. "Solche Werkzeuge für die Nachbearbeitung wurden sonst häufig aus Tierknochen gefertigt."

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