+++ Eilmeldung +++

Bekannter Aktionskünstler gestorben - Er machte mit einer besonderen Aktion am Reichstag auf sich aufmerksam 

Der bekannte Aktionskünstler Christo ist in New York verstorben. Unter anderem erregte er durch die Verhüllung des Reichstags großes Aufsehen.
Bekannter Aktionskünstler gestorben - Er machte mit einer besonderen Aktion am Reichstag auf sich aufmerksam 

Ausbruch im Kongo

Ärzte ohne Grenzen: Ebola-Strategie versagt

+
In Mbandaka im Kongo wird ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen Ebola geimpft. Foto: Sam Mednick/AP

Genf (dpa) - Die derzeitige Strategie zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs im Kongo hat nach Überzeugung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) versagt.

"Wir sind nicht sicher, dass wir (die Epidemie) zu Ende bringen, wenn wir so weitermachen wie bisher", sagte MSF-Präsidentin Joanne Liu am Donnerstag in Genf. Sie verlangte ein Vorgehen, das die Wünsche und Ängste der Patienten und die Dorfgemeinschaften stärker ins Zentrum rückt.

Bei dem Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo, der vor sieben Monaten bekanntgegeben wurde, haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 907 Menschen mit dem Erreger angesteckt, 569 sind gestorben. Erschwert wird die Bekämpfung der Epidemie dadurch, dass in der Region Dutzende Rebellengruppen aktiv sind. Zudem müsse man aber auch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen, betonte Liu.

"Es gibt einen großen Widerspruch: Auf der einen Seite stehen die Möglichkeiten für eine schnelle und umfassende Ebola-Bekämpfung mit neuesten medizinischen Mitteln, wie Impfungen. Auf der anderen Seite sterben die Menschen zuhause, weil sie den Ebola-Bekämpfungsstrategien misstrauen und nicht in die Behandlungszentren kommen." Mehr als 40 Prozent der Menschen sterben den Angaben zufolge zu Hause und nicht in Behandlungszentren. Das erhöhe die Ansteckungsgefahr für andere Menschen deutlich.

Bei 43 Prozent der Patienten wurden laut MSF keine Kontakte zu anderen Kranken oder deren Umfeld gefunden - die Quelle der Ansteckung war also unbekannt. Liu forderte ein Umdenken, um das Vertrauen der Menschen wiederzugewinnen. Es funktioniere nicht, wenn Polizei und Armee Menschen zwingen wollten, sich an Gesundheitsvorschriften zu halten. Kranke wollten nicht in die Ebola-Zentren, "weg von ihren Angehörigen und umgeben von Leuten in Weltraumanzügen", sagte Liu. Ärztinnen und Pfleger tragen Schutzkleidung, um sich vor Ansteckung zu schützen.

"Es dürfen keine Zwangsmaßnahmen eingesetzt werden, um Patienten zu suchen und zu behandeln, sichere Beerdigungsmethoden durchzusetzen und Häuser zu dekontaminieren", sagte Liu. MSF hatte seine Arbeit in zwei Orten eingestellt, nachdem Unbekannte die dortigen Behandlungszentren vergangene Woche angegriffen hatten.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Asteroid verhält sich mysteriös - Forscher rätseln, was vor sich geht
Asteroid verhält sich mysteriös - Forscher rätseln, was vor sich geht
Schneemenge schrumpft in Nordamerika stärker als in Eurasien
Schneemenge schrumpft in Nordamerika stärker als in Eurasien
In der Corona-Krise: Oberster Datenschützer warnt vor beliebtem Video-Chat - ernste Gefahr?
In der Corona-Krise: Oberster Datenschützer warnt vor beliebtem Video-Chat - ernste Gefahr?
Erdbeben-Forscher profitieren von Corona-Lockdown
Erdbeben-Forscher profitieren von Corona-Lockdown

Kommentare