Regeln beachten

Überholen: Nicht nur Schilder können das riskante Fahrmanöver verbieten

Das Überholverbot-Schild kennt wohl jeder – doch es gibt noch zahlreiche andere Regeln, die das Vorbeiziehen an einem anderen Auto untersagen.

Überholen zählt sicherlich zu den riskantesten Fahrmanövern – immer wieder kommt es dabei zu gefährlichen Situationen und leider auch schweren Unfällen. Laut Statistischem Bundesamt kam es im Jahr 2021 zu 11.084 Unfällen mit Personenschäden, die durch Fehler beim Überholen ausgelöst wurden. Grundsätzlich sollte man im Zweifelsfall besser nicht überholen. In vielen Fällen ist Überholen aber ohnehin verboten – nicht nur bei entsprechender Beschilderung.

Überholen ist immer riskant – und in zahlreichen Fällen deshalb auch verboten. (Symbolbild)

Überholen: Nicht nur Schilder können das riskante Fahrmanöver verbieten

Den Vorgang des Überholens regelt in Deutschland § 5 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Grundsätzlich wird hierzulande links überholt – doch es gibt zwei Ausnahmen, die auf der Autobahn das Rechtsüberholen erlauben. Verboten ist das Überholen immer dann, wenn Schilder dies anzeigen – so kann beispielsweise durch ein Verkehrszeichen auch das Überholen von Fahrrädern verboten sein. Allerdings ist Überholen noch in zahlreichen weiteren Situationen untersagt:

  • Wenn man nicht mit „wesentlich höherer Geschwindigkeit“ als der zu Überholende fahren kann
  • Wenn die Verkehrslage unklar ist
  • Wenn die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 Meter beträgt
  • Wenn man während des gesamten Überholvorgangs die Behinderung des Gegenverkehrs nicht ausschließen kann
  • Wenn ein fahrender Bus das Warnblinklicht einschaltet (Nur ein stehender Bus darf mit Schrittgeschwindigkeit und großer Vorsicht überholt werden)
  • An Fußgängerüberwegen (§26 StVO)

Überholen: Ausscheren und Wiedereinordnen muss per Blinker angekündigt werden

Wer zum Überholen ansetzt, muss sicherstellen, dass der nachfolgende Verkehr nicht gefährdet wird – außerdem muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden. Sowohl das Ausscheren als auch das Wiedereinordnen muss per Blinker angekündigt werden. Was viele nicht wissen: Außerhalb geschlossener Ortschaften, darf der Überholvorgang per Hupe oder Aufblenden angekündigt werden.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Überholen: Benötigte Strecke wird laut Dekra oft unterschätzt

Doch auch wer überholt wird, muss sich an Regeln halten: So darf man seine Geschwindigkeit nicht erhöhen, während man von einem anderen Fahrzeug überholt wird. Ein Mercedes-Fahrer hatte genau dies kürzlich angeblich getan – das „Landstraßen-Duell“ mit einem BMW-Lenker endete schließlich in einer wilden Schlägerei. Die Polizei ermittelt in dem Fall wegen Nötigung.

Laut Dekra werde oft unterschätzt oft, wie viel Strecke man zum Überholen brauche. Halte man sich beispielsweise auf der Landstraße an das Tempolimit von 100 km/h ist einer Expertin zufolge für das Überholen eines 60 km/h fahrenden Lkw eine freie Strecke von knapp 600 Metern nötig. Und: Wer ein besonders langsames Fahrzeug fährt, muss laut Gesetzestext an einer geeigneten Stelle sein Tempo weiter drosseln, notfalls sogar anhalten, wenn den nachfolgenden Fahrzeugen nur so das Überholen möglich ist.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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