Günstig Strom tanken

Elektroauto: Das sind die günstigsten Ladekarten in Europa

Immer mehr Netzbetreiber erhöhen ihre Strompreise – das bekommen E-Autofahrer natürlich zu spüren. Wir stellen deshalb die günstigsten Ladekarten vor.

Energie wird immer teurer und die einstigen Schnäppchenpreise an der Ladesäule gehören schon lange der Vergangenheit an. Auch die Möglichkeiten, gratis Strom zu zapfen – etwa auf Supermarktparkplätzen – schwinden zusehends. Immer mehr Unternehmen erhöhen die Kosten für eine Kilowattstunde grünen Strom, was sich an der Ladesäule in der City oder an der Autobahn mitunter überaus schmerzhaft bemerkbar macht. Wäre der flüssige Kraftstoff aktuell nicht noch teurer, lägen viele Stromtarife längst auf oder über dem Niveau von Fahrzeugen mit Benzin- oder gar Dieselmotoren. Viele Fahrer eines Elektroautos nutzen die Ladekarten des Autoherstellers, denn hier gibt es oftmals leicht vergünstigte Tarife. Doch eine zweite Ladekarte oder eine entsprechende App sollte man immer im Gepäck haben, wenn die erste Wahl einmal nicht funktioniert. Und die erste Wahl des Autoherstellers ist nicht immer die günstigste.

Strom für E-Autos wird immer teurer – die richtige Ladekarte kann beim Sparen helfen. (Symbolbild)

Elektroauto: Das sind die günstigsten Ladekarten in Europa

Eine der Ladekarten, die in Deutschland am meisten verbreitet ist, stammt vom größten Automobilclub, dem ADAC. Er kooperiert mit Netzbetreiber EnBW und hat somit Zugriff auf eine besonders große Ladeinfrastruktur, was sich nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland auszahlen kann. Schnellladen kostet hier 0,48 Euro / kWh (alle genannten Preise sind Stand Anfang September 2022); für die Standardladung ist der Preis mit 0,38 Euro / kWh allemal günstig. Damit liegen die Preise durchaus nennenswert unter denen des eigentlichen Netzbetreibers EnBW (Energie Baden-Württemberg), die für die gleichen Lademengen 0,55 beziehungsweise 0,45 Euro / kWh haben wollen. Das ist in etwa der Preis für eine Kilowattstunde am Tesla-Supercharger mit 0,58 Euro. 

Elektroauto laden: Mehrere große Hersteller haben sich im Ionity-Verbund zusammengeschlossen

Mehrere große Autohersteller haben sich im Ionity-Verbund zusammengeschlossen. Hierzu gehören nicht nur die Marken des Volkswagen- wie des Hyundai-Konzerns, sondern auch Ford, Mercedes oder BMW / Mini. Wer nur gelegentlich lädt, zahlt im Ionity Direct Tarif 0,79 Euro / kWh. Deutlich günstiger ist es nur mit dem Ionity Passport-Tarif, der 0,35 Euro / kWh kostet, jedoch an eine monatliche Grundgebühr von 17,99 Euro (Mindestvertragslaufzeit zwölf Monate) gekoppelt ist. Ohne die monatliche Grundgebühr ist Ionity einer der teuersten Anbieter auf dem deutschen / europäischen Markt. Ein wenig Geld dazuverdienen können sich E-Autofahrer übrigens mit der sogenannten THG-Quote.

Elektroauto laden: Chargemap bündelt europaweit verschiedenste Anbieter

Betreiber Chargemap bündelt europaweit verschiedenste Anbieter von rund 230.000 Ladestationen und entsprechenden Tarifen. Die Preise selbst richten sich nach dem entsprechenden Betreiber. Chargemap ist daher eher als entsprechend übersichtliche Ladekarte mit App-Nutzung und universeller Bezahlfunktion zu sehen. Die Karte selbst kostet einmalig 19,90 Euro – eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an. Vorteil: es gibt eine monatliche Gesamtrechnung und maximalen Überblick.

Fastned ist einer der besonders schnell wachsenden Anbieter von Ladeinfrastruktur. Auch die Preise des niederländischen Anbieters haben sich in den vergangenen Monaten spürbar erhöht. Nennenswerte Unterschiede gibt es dabei in den einzelnen europäischen Staaten. So kostet der Standard-Tarif in Deutschland, Schweiz und Belgien für eine Kilowattstunde beispielsweise 0,74 / 0,75 Euro. In Frankreich oder den Niederlanden lädt es sich für den Fastned-Nutzer mit 0,59 sowie 0,68 Euro / kWh Strom deutlich billiger. Spürbar günstiger wird es auch hier nur mit einem Rahmenvertrag, den sich Fastned bezahlen lässt. Für 11,99 Euro Grundgebühr pro Monat reduzieren sich die Stromtarife auf Preise zwischen 0,45 und 0,50 Euro / kWh. 

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am Weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Elektroauto laden: Auch an immer mehr Tankstellen gibt es Ladesäulen

An immer mehr Tankstellen gibt es auch Ladesäulen für Elektroautos und Plug-in-Hybride. So bietet Shell mit seinem Recharge-Modell beispielsweise eine eigene Ladekarte an, mit der sich europaweit bezahlen lässt. Ähnlich wie bei Chargemap sind die Preise jedoch nicht einheitlich, sondern richten sich nach dem entsprechenden Anbieter. An den eigenen Schnellladesäulen kostet eine Kilowattstunde 0,59 Euro, während die Preise für die Standardladung lokal variieren. Innerhalb des internationalen Roaming-Netzwerks kostet die kWh 0,46 Euro zzgl. 0,02 Euro pro Minute. Richtig teuer wird es jedoch, wenn man mit der Shell-Karte beispielsweise an einem Ionity-Charger nachlädt. Dann kostet die Kilowattstunde 0,81 Euro. Die Shell-Recharge-Karte ist daher eher Abrechnungs- denn ein Sparmodell, denn für alle Ladevorgänge wird zudem noch eine Transaktionsgebühr von 0,35 Euro – maximal 7,- Euro pro Monat – berechnet. 

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Elektroauto laden: Testladestationen von Rewe mit relativ günstigen Preisen

Ganz ähnlich sieht das Angebot bei Wettbewerber Aral und seinem Modell Aral Pulse aus. Hier fallen 0,69 Euro / kWh an. Bezahlt werden kann per Smartphone-App oder Kreditkarte. Günstiger ist es aktuell nur an wenigen Testladestationen von Rewe, wo 0,45 / 0,55 Euro / kWh berechnet werden.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Deutlich günstiger sieht es beim regionalen Anbieter Maingau Energie aus. Hier gibt es keine Grundgebühr oder eine Mindestlaufzeit, denn es wird allein unterschieden, ob man normaler Nutzer oder daheim Kunde von Maingau-Energie ist. Dass reduzieren sich die 0,49 beziehungsweise 0,59 Euro pro Kilowattstunde AC- / DC-Laden um jeweils 0,10 Euro. Teuer ist es mit 0,75 Euro / kWh im Ionity-Netz und zudem ist bei alle Ladevorgängen ein Zeitzuschlag zu zahlen – bei AC-Laden ab 240 Minuten und bei DC-Schnellladung ab 60 Minuten zzgl. 0,10 Euro pro Minute. So kann das längere Ladeparken richtig ins Geld gehen. (Patrick Solberg/press-inform)

Rubriklistenbild: © Chromorange/Imago

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