Erster Eindruck 

S wie Spanien, SUV und Seat Ateca

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Seat Ateca:  Mit rund 4,36 Metern Länge ist er etwas kürzer als der Tiguan.

Noch ein SUV? Der Kunde in Deutschland kann mittlerweile aus rund 100 Modellen wählen. Nach der Kompaktklasse ist das Segment das am stärksten wachsende. Jetzt kommt noch eines hinzu, der Seat Ateca.

Ab dem 2. Juli bringt Seat seinen Ateca ins Rennen, um ein möglichst großes Stück vom SUV-Kuchen abzubekommen. Welchen Chancen hat der Spanier? Wir durften schon mal Platz nehmen.

Was will er sein? Auf den Ateca, benannt nach einer Gemeinde in der Provinz Saragossa, setzen die Seat-Leute große Hoffnungen. Mit rund 4,36 Metern Länge ist er etwas kürzer als der Tiguan , dem großen Mitbewerber aus dem eigenem Haus. Er richtet sich an die im Segment üblichen Zielgruppen, hat junge Familien ebenso wie aktive ältere Menschen im Visier. Insofern bringt er die geschätzten Vorzüge mit: bequeme Einstiege, hohe Sitzpositionen und damit gute Sicht voraus (nach hinten ausbaufähig). Dazu reichlich Platz im Innenraum, der übrigens auf dem Leon basiert, ein üppiges Gepäckabteil (485 Liter mit 4Drive, 510 Liter mit Frontantrieb) und eine hohe Funktionalität. Hinzu kommt – darauf hat man bei der Entwicklung Wert gelegt – eine gewisse Geländefähigkeit. 

So kann man in der Allradversion zusätzlich zu den Fahrmodi Eco, Normal, Sport und Individual die Fahreigenschaften des Ateca an Offroad und Snow anpassen. Außerdem hilft die Bergabfahrkontrolle Hill Descent Controll, wenn es einmal steil abwärts geht. Wer Schweres zu bewegen hat, wählt die elektrische Anhängerkupplung. Mit ihrer Hilfe lassen sich Lasten von bis zu 2100 Kilo ziehen.

So wirkt der Seat Ateca auf uns : Ja, noch ein SUV. Dennoch haben es die Designer geschafft, dem Ateca ein individuelles Outfit zu verpassen. Scharfe Linien und präzise Kanten, ein langer Radstand, schwarz umrandete eckige Radläufe und robuste Proportionen lassen ihn nicht so gefällig und „rund gelutscht“ wirken. Innen fühlt man sich gut aufgehoben, die Verarbeitung der Materialien ist fehlerfrei und die Bedienung der Instrumente intuitiv. Ausgestattet mit einem ansprechenden Äußeren und einem gefälligen Innenleben soll der Ateca neben den erfolgreichen Modellen Ibiza und Leon die dritte Säule der VW-Tochter Seat bilden. 

Angepeilt ist ein Absatz von rund 20 000 Fahrzeugen auf dem deutschen Markt –pro Jahr. Und die Rechnung könnte aufgehen: In Deutschland sind noch vor dem offiziellen Markstart bereits 5000 Atecas geordert.

Das Cockpit im Seat Ateca.

Sicher? Aber ja! Der Ateca steckt voller beeindruckender Helferlein, viele davon serienmäßg. Ein paar Beispiele: Der Stauassistent beschleunigt und bremst den SUV automatisch – aber bitte die Hände am Steuer lassen! Die City-Notbremsfunktion warnt und bremst nicht nur bei drohenden Kollision im Stadtverkehr, sie erkennt jetzt auch Fußgänger und reagiert entsprechend. Interessant auch der Rear Traffic Alert: Er hilft beim Ausparken aus Parklücken, die im rechten Winkel zur Fahrbahn liegen. Das System erkennt Autos, die sich seitlich nähern – es erfolgt eine optische und später auch akustische Warnung. Im äußersten Notfall bremst das System automatisch den Ausparkvorgang ab. Und dann soll an dieser Stelle auch die 360-Grad-Kamera nicht unerwähnt bleiben, die beim Einparken eine unschätzbare Hilfe bietet.

Das Fahrgefühl : Den Ateca gibt es zur Markteinführung mit Motoren aus dem Konzernpool: Zwei Benziner mit 115 oder 150 PS sowie drei Selbstzündern von 115 bis 190 PS. Uns wurden die beiden größten Aggregate zu ersten Testfahrten zur Verfügung gestellt. Wer hier nun auf spanisches Temperament erhofft hat, wird freilich enttäuscht: Beide fahren sich sehr kommod und gemütlich, obwohl wir dem 1,4 Liter Vierzylinder-Benziner etwas mehr Bumms zugetraut hätten. Der Diesel 2,0 TDI mit serienmäßigem DSG wirkt da etwas sympathischer, zieht zuverlässiger von unten und – ja – auch spritziger heraus. Mit dem aus dem Leon übernommenen Fahrwerk lässt es sich komfortabel und solide unterwegs sein. Nein, in der Summe gibt es hier nichts zu meckern, aber ein spontanes Olé bleibt aus.

Für ein besonderes Gefühl : Der Ateca erfreut mit viel Liebe zum Detail. Das beginnt bereits beim Blinker. Er ist ins dreieckige Tagfahrlicht integriert – das sorgt garantiert für Aufsehen. 

Fünf Personen haben im Seat Ateca Platz.  Die Kofferraumklappe lässt sich mit Gestensteuerung öffnen – und verschließen.

Noch ein Schmankerl ist das „Welcome Light“: LEDs projizieren den Schriftzug und ein Profil des Ateca auf den Boden, entriegelt man das Fahrzeug. Innen gibt es Ambientebeleuchtung – wählbar sind acht verschiedene Farbtöne. Nimmt man auf dem Fahrersitz Platz, leuchtet rund um den Startknopf ein Ring im Takt eines Herzschlags auf – das Ganze nennt sich Heartbeat-Funktion. Die Kofferraumklappe lässt sich mit Gestensteuerung öffnen – und verschließen. Gab es noch nie in diesem Segment!

Preise : Der Seat Ateca startet bei 19 900 Euro, ein gut motorisiertes und ausgestattetes Exemplar dürfte sich um die 25 000 Euro bewegen. Nur zum Vergleich: Mit seinem Basispreis liegt der Spanier etwa 4000 Euro unter seinem Konzern-Konkurrenten Tiguan.

K.B.

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