Teurer ist besser

ADAC testet Autoqualität: Urteil ist klar – Audi top, Tesla flop

Der ADAC hat ganz genau hingeschaut: Bei diesem Test geht es um die Material- und Verarbeitungsqualität von Neuwagen. Bei den Top und Flop 5 gibt es einige Überraschungen.

Ob Kleinwagen oder Luxusklasse: Mehr und mehr werden Autos zu rollenden Computern, die stets online oder vor Hindernissen selbsttätig bremsen. „Die geballte Technik hat aber einen Haken: Sie ist teuer“, weiß der ADAC, „also müssen die Hersteller an anderer Stelle sparen – und das ist häufig die Material- und Verarbeitungsqualität“. Die Testingenieure des Autoclubs haben 580 verschiedene Fahrzeugmodelle unter die Lupe genommen und ein Ranking der besten und schlechtesten Pkw in vier verschiedenen Klassen.

ADAC testet Autoqualität: Das sind die Gewinner und Verlierer

Klein- und Kleinstwagen

Blech statt Stoff im Innenraum, billig wirkender Dachhimmel: Gerade den sehr günstigen Kleinwagen wie dem Toyota Aygo haben die ADAC-Ingenieure den Kostendruck angemerkt. Deutlich teureren Modellen wie den Stromern BMW i3 und Honda e bescheinigten sie einen klar hochwertigeren Eindruck.

Top 5 Klein- und KleinstwagenNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
BMW i32,1
Mini Cooper 5-Türer2,2
Honda e2,5
Skoda Kamiq2,6
VW Polo2,6
Genau hingeschaut: Beurteilung der Verarbeitungs-Qualität im ADAC-Technikzentrum Landsberg am Lech.
Flop 5 Klein- und KleinstwagenNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
Toyota Aygo 4,4
SsangYong Tivoli 4,2
Hyundai Bayon 4,2
VW Up4,0
Hyundai i10 4,0

Untere Mittelklasse

In diesen beliebten Segmenten stellte der ADAC fest, dass vor allem jene Modelle schwächeln, die für den „weniger anspruchsvollen US-Markt entwickelt wurden“. Bei den Gewinnern glänzen wiederum die Pkw europäischer Premiummarken (und Mazda), die aber auch hier wieder deutlich mehr kosten.

Top 5 Untere MittelklasseNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
Volvo XC40 1,7
BMW 1er 2,0
Audi Q3 2,0
Mazda CX-5 2,1
Mercedes EQA 2,1
Gewinner in der „Unteren Mittelklasse“: Der Volvo XC40 (hier als elektrische Version Recharge).
Flop 5 Untere MittelklasseNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
MG ZS EV3,7
SsangYong Korando 3,7
Jeep Compass 3,7
Dacia Duster 3,6
Nissan Leaf 3,4

ADAC testet Autoqualität: Audi top, Tesla flop

Mittelklasse

Ähnliche Marken wie zuvor dominieren hier das Top-5-Ranking in der Mittelklasse – wobei man durchaus kritisieren kann, dass der ADAC hier auch Luxusautos wie den Porsche Macan einstuft. Bei den Verlierern fallen eigentlich zuverlässige Hersteller wie Honda oder Toyota auf. Dem Tesla Model 3 wird seine bekanntermaßen schwankende Verarbeitungsqualität zum Verhängnis. Enttäuscht zeigten sich die Tester auch von der Mercedes C-Klasse, deren Material-Qualität (Note 2,8) gegenüber der des Vorgängers (1,25) nachgelassen habe und die es nicht in die Top 5 schaffte.

Top 5 MittelklasseNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
Audi A4/A5 1,2
BMW 3er/4er 1,3
Porsche Macan 1,3
Mercedes EQC/GLC 1,4
Volvo V60 1,4
Flop 5 MittelklasseNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
Honda CR-V 3,0
Tesla Model 3 2,8
Subaru Outback/Forester 2,7
Toyota RAV4/Suzuki Across 2,7
Mitsubishi Outlander 2,7

Zehn Autos mit Verbrennungsmotor, die wir vermissen werden

Audi TT
Audi TT: Einst als Kernmodell der Marke Audi betrachtet, wird der als Coupé und Roadster gebaute Kompakt-Sportler keinen Nachfolger bekommen. Das liegt auch an der mittlerweile schleppenden Nachfrage für die Design-Ikone. Ein vergleichbarer Stromer wird völlig anders aussehen. Bis Ende des Jahres ist der TT aber noch ab 39.700 Euro bestellbar. © Audi AG
Mercdes-Benz A-Klasse
Mercedes A-Klasse: Der Kompaktwagen passt nicht mehr in das neue Konzept von Mercedes-Benz, vor allem hochpreisige Limousinen, SUV und Sportwagen anzubieten. Das überzeugende Konzept der frühen A-Klasse, möglichst viel Platz in einem kompakten Auto zu schaffen, würde dabei gut ins Elektro-Zeitalter passen – ist mittlerweile aber ohnehin verwässert. Noch gibt den Basis-Benz ab 28.393 Euro zu kaufen.  © Mercedes-Benz
Porsche 718 Boxster
Porsche 718 Boxster: Zwar kämpft Porsche weiterhin für den Verbrennungsmotor, aber überleben wird der langfristig wohl nur im 911. Boxster und Cayman werden 2025 erst auf Wunsch, später wohl grundsätzlich elektrifiziert. Dabei bieten gerade die Versionen mit Sechszylinder-Boxer fast schon elektrische Tugenden wie Laufruhe und Durchzugskraft – bei (für Sportwagen) hoher Reichweite und geringem Gewicht. Aktueller Preis: ab 60.061 Euro. © Daniel Wollstein/Porsche
Jeep Wrangler
Jeep Wrangler: Als purer Verbrenner ist die Off-Road-Ikone schon jetzt nicht mehr lieferbar. Der Plug-in-Hybrid wird so lange laufen, wie er darf, aber den Sprung in die Elektro-Ära nicht schaffen. Ein Nachfolger mit Akku dürfte ähnlich modernisiert daherkommen wie der aktuelle Land Rover Defender, aber dank seiner E-Motoren immerhin überragende Gelände-Eigenschaften bieten. Mit 77.500 Euro ist der Klassiker mittlerweile zum Luxus-Auto geworden. © Stellantis
VW Golf Cabrio
VW Golf Cabrio: Im Grunde vermissen wir ihn jetzt schon, nämlich seit 2016. Der offene VW T-Roc kann den Charme des offenen Kompaktwagens, der seine Karriere als „Erdbeerkörbchen“ mit Henkeln startete, nicht ersetzen. Das wird wohl auch für ein elektrisches Cabrio auf Basis des VW ID.3 gelten – wenn ein solches überhaupt kommt, was angesichts der schwächelnden Nachfrage für offene Autos eher zweifelhaft ist. © VW
Fiat 500
Fiat 500: Während die aktuelle Version des Kleinwagens ausschließlich als Elektroauto produziert wird, ist auch der etwas kleinere Vorgänger derzeit noch bestellbar. Im Stellantis-Konzern ist dessen Aus aber beschlossen. Dabei ist gerade die sparsame Hybrid-Version mit 70 PS ein ökologisch sinnvolles Angebot etwa für jene, die partout kein Elektroauto möchten – etwa Städter, die keine schnelle Lade-Möglichkeit haben. Noch ist der Verbrenner ab 15.501 Euro bestellbar. © Stellantis
Mercedes-Benz SLC 300
Mercedes SLC: Der kompakte Roadster startete – als erstes Cabrio mit Falt-Hardtop – unter dem Namen SLK. Nun beendete nicht der Elektro-Boom, sondern die Nachfrage-Flaute seine Karriere als Frauenversteher. Im künftigen Luxus-Stromer-Portfolio von Mercedes sind solche gerade noch bezahlbaren Fahrspaß-Modelle schon gar nicht vorgesehen.  © Mercedes-Benz
Lamborghini Huracan
Lamborghini Huracán: Die italienische VW-Tochter sperrte sich lange gegen die Elektrifizierung, aber kommt natürlich auch nicht drumherum. Der pure, weder von Hybrid noch Turbo verwässertre V10-Saugmotor des Huracán wird seinen Platz als einer der Höhepunkte des Verbrenner-Zeitalters bekommen. Seine 640 PS würden Elektromotoren zwar mit deutlich weniger Aufwand erreichen, aber sei´s drum: Dass es solche Autos nicht mehr geben wird, ist ebenso vernünftig wie schade. Preis: ab 190.274 Euro. © Charlie Magee
BMW Z4
BMW Z4: Ja, er lebt noch! Anders als Mercedes-Benz führt BWM seinen Mittelklasse-Roadster weiter, eine Kooperation mit Toyota machts möglich. Doch auch wenn BMW weiter Verbrenner bauen will, ist ein Nachfolger alles andere als gesichert. Wenn wir uns irren und es künftig einen Z4 mit (wie bei BMW üblich) Verbrenner- und Elektro-Option geben wird: umso besser. Wer sich darauf nicht verlassen mag, muss mindestens 46.200 Euro investieren. © BMW
Tina Ruland auf Opel Manta
Opel Manta: Eigentlich hatten wir den Manta ja schon als Eighties-Unikum abgehakt. Dann weckte Opel mit der Ankündigung eines elektrischen Mantas die Fantasie: Ein zweitüriges, leichtes Coupé, mit genügend Reichweite für den Ausflug in die Diskothek (so hießen Clubs früher) und zum Baggersee, das wäre doch ein schönes Stück Anarchie zwischen all den effizienten, vernünftigen Stromern. Doch heraus wird wieder nur das übliche Akku-SUV kommen, an das ein Marketing-Genie den Manta-Schriftzug klebt. Umso mehr werden wir den Echten vermissen. © Rights Managed/Imago

Oberklasse

Dass ein hoher Preis nicht unbedingt Garant für hohe Qualität ist, bemerkten die ADAC-Ingenieure am Beispiel des VW-Bus (Typ T6.1), der seinen Charakter als Nutzfahrzeug „nicht verhehlen“ könne. Auch Toyota schneidet wieder überraschend schlecht ab. Mercedes dagegen glänzt hier wieder auf Augenhöhe mit Porsche und BMW, auch die restlichen Plätze der Top 5 eroberten klassischen Premiummarken.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

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Top 5 OberklasseNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
Porsche Panamera/Taycan 1,0
BMW 5er/7er 1,1
Mercedes E-Klasse 1,1
Audi Q7 1,1
Volvo XC90 1,1
Flop 5 OberklasseNote für Verarbeitung (Quelle: ADAC)
Toyota Highlander 3,1
VW T6.1 3,1
Ford Mustang 3,0
Chevrolet Camaro 2,8
Toyota Camry 2,6

Rubriklistenbild: © ADAC

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