Wie konnte das passieren?

Polizei-Blamage: Taucher findet versunkenen Streifenwagen

Bad Säckingen/Mumpf - 2013 rollte ein Polizeiauto in den Rhein - und verschwand spurlos. Ein Hobbytaucher fand es jetzt in der Schweiz. Wie schaffte er das ganz ohne Suchgeräte und Hilfstrupp?

Im Sommer 2013 passierte der Polizei in Bad Säckingen (Baden Württemberg) ein peinliches Ungeschick: Für eine Personenkontrolle hatten zwei Polizisten ihren VW Passat unvorsichtiger Weise am leicht abschüssigen Ufer abgestellt. Während die zwei Beamten die Kontrolle durchführten, machte sich ihr Wagen selbstständig und plumpste in den Rhein. Wahrscheinlich hatten die Polizisten vergessen, die Handbremse zu ziehen. Das Hochwasser riss den noch fast neuen Dienstwagen mit. Die Polizei setzte daraufhin ein Großangebot an Suchkräften ein, Taucher, Helikopter und Sonar waren im Einsatz. Doch das Auto blieb spurlos verschwunden. 

Warum hat die Polizei das Wrack nicht gefunden?

Jetzt, zwei Jahre nach dem peinlichen Vorfall, hat Hobbytaucher Michael Tschannen aus der Schweiz das Autowrack im Rhein entdeckt: Es lag am Grund des Flusses auf Höhe der Gemeinde Mumpf im Schweizer Kanton Aargau, wenige Kilometer unterhalb der Unfallstelle. Der Schweizer Webseite "Blick" sagte der Schweizer: "Das ist die tiefste Stelle. Große Objekte landen früher oder später immer dort". 

Tschannen wandte sich mit seinem Fund sofort an die deutschen Behörden. Doch die waren alles andere als erfreut über den Fund: "Sie waren nicht begeistert", erzählt der 43-Jährige. "Erst als ich den rostenden Dieseltank ansprach, nahm der Polizist am Telefon die Sache ernster." Denn wäre Treibstoff aus dem Fahrzeug ausgetreten, hätte das enorme Schäden angerichtet. "Das Wrack liegt in einem Naturschutzgebiet", berichtet Tschannen weiter.

Wie reagierte die Polizei auf den Fund?

Der Hobbytaucher war nur mit Badehose und Pressluftflasche unterwegs. Für die Polizei ist der Vorfall eine kleine Blamage, schließlich wurden 2013 mehrere Taucher losgeschickt, um das Auto zu finden, Helikopter kreisten über dem Rhein, das Aufgebot glich dem einer Personensuche. Paul Wißler, Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg, sagte der Bild-Zeitung: „Die Bergung ist nicht ganz ungefährlich. Der Rhein ist an dieser Stelle sehr trübe, der Untergrund stark zerklüftet." Sie hätten die Wasserschutzpolizei hinzugezogen, um abzuklären, was getan werden muss. Außerdem handelt es sich bei der Fundstelle um einen Bereich, der unter Naturschutz steht. "Dass der Wagen da raus muss, ist klar", sagt Wißler.

sb

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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