Regeln beachten

Lichthupe: Aufblenden dürfen Sie nur in zwei Situationen

Viele Autofahrer betätigen die Lichthupe, ohne zu hinterfragen, ob sie das eigentlich dürfen. Laut Gesetz ist sie nur in zwei Situationen zulässig.

Es gibt Verhaltensweisen, die sich mit der Zeit einfach einbürgern. Doch in Sachen Verkehrsregeln, sitzt so mancher Autofahrer dabei einem Irrtum auf: Beispielsweise sind viele davon überzeugt, auf der Autobahn gelte eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h, oder auf Supermarktparkplätzen gelte automatisch rechts vor links. Beides stimmt nicht. Ähnlich verhält es sich mit der Lichthupe: Im Alltag wird sie in vielen Situationen eingesetzt. Streng genommen, ist Aufblenden aber nur in zwei Fällen erlaubt.

Die Lichthupe kommt in vielen Fällen zum Einsatz – doch erlaubt ist die Benutzung nur in zwei Fällen. (Symbolbild)

Lichthupe: Streng genommen nur in zwei Situationen erlaubt

Die meisten Autofahrer kennen es: Um einem anderen Wagen Vorrang zu gewähren, nutzt man die Lichthupe. Und auch vor Radarfallen wird gelegentlich per Aufblenden gewarnt. Doch erlaubt ist dies laut § 16 der Straßenverkehrsordnung (StVO) nur in folgenden zwei Fällen:

  • Wenn man sich oder andere gefährdet sieht
  • Wenn man außerhalb geschlossener Ortschaften überholt

Lichthupe darf zur Ankündigung eines Überholvorgangs genutzt werden

Dem Vorausfahrenden per Lichthupe einen Überholvorgang anzukündigen, ist zumindest auf deutschen Straßen eher unüblich. Erlaubt ist es allerdings auch laut § 5 Absatz 5 der StVO. Dort heißt es: „Außerhalb geschlossener Ortschaften darf das Überholen durch kurze Schall- oder Leuchtzeichen angekündigt werden“. Theoretisch dürfte man also auch hupen – was in der Realität aber so manchen Fahrer auch verwirren dürfte, weil es eben selten gemacht wird, genau wie aufzublenden. Laut Gesetz muss man darauf achten, dass beim Einsatz der Lichthupe mit Fernlicht, entgegenkommende Fahrzeugführer nicht geblendet werden.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Lichthupe: Vorsicht bei dem Einsatz auf der Autobahn

Auf der Autobahn darf man laut ADAC die Lichthupe betätigen, wenn der Fahrer eines auf der linken Spur fahrenden Fahrzeugs die Überholabsicht nicht erkennt, obwohl Sie links blinken. Doch Vorsicht: Wer es mit dem Aufblenden übertreibt und auch noch über einen längeren Zeitraum massiv drängelt, macht sich möglicherweise einer Nötigung schuldig. Deshalb immer den korrekten Sicherheitsabstand (halber Tachowert) einhalten, und nur kurz aufblenden.

Rubriklistenbild: © photothek/Imago

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