Zukunfts-Prognose

Studie: Ab 2035 mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Lkw elektrisch unterwegs

Auch bei Nutzfahrzeugen zeichnet sich ein Wandel der Antriebstechnik ab: Laut einer Studie sind ab 2035 mehr als die Hälfte aller neuen Lkw Stromer.

Was den Pkw angeht, so scheint in Zukunft kaum noch ein Weg am Elektroantrieb vorbeizuführen. Zwar haben einige Hersteller die Wasserstoff-Technik immer noch nicht abgeschrieben – doch Experten wie etwa das Fraunhofer-Institut oder Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM), sehen die Brennstoffzelle, wenn überhaupt, höchstens noch als Antriebslösung für Lkw. Doch kann sich Wasserstoff hier wirklich durchsetzen? Laut einer neuen Studie fährt ab dem Jahr 2035 mehr die Hälfte aller neuen Lkw batterieelektrisch.

Laut einer Studie ist ab 2035 mehr als die Hälfte aller neuzugelassenen Lkw elektrisch unterwegs. (Symbolbild)

Studie: Ab 2035 fährt mehr als die Hälfte aller neuen Lkw elektrisch

Schon ab dem Jahr 2030 seien batterieelektrisch sowie mit Brennstoffzelle betriebene Nutzfahrzeuge im Betrieb günstiger als dieselbetriebene Fahrzeuge – das geht aus der Studie „Preparing the world for zero-emission trucks hervor“, die von der Unternehmensberatung McKinsey erstellt wurde. Die Gesamtbetriebskosten sind den Experten zufolge das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Nutzfahrzeugs. Auch Bio-Kraftstoffe oder E-Fuels könnten in bestimmten Nischen-Anwendungen zum Einsatz kommen – trotz höherer Kosten.

Ab 2024 mehr als 70 emissionsfreie Truckmodelle auf dem Markt – laut Hersteller

Im Jahr 2035 soll dann der Unternehmensberatung zufolge mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Lkw in Europa, den USA und China elektrisch angetrieben werden. Bis zum Jahr 2040 prophezeit die Studie einen Anteil an Elektro- und Brennstoffzellen-Lkw von mehr als 85 Prozent der Neuzulassungen. Mehr als 70 emissionsfreie Truckmodelle sollen die Hersteller bis 2024 in Europa und den USA im Angebot haben – in erster Linie aber für den städtischen und regionalen Lieferverkehr. Mercedes hat mit dem eActros gerade erst einen elektrisch betriebenen Langstrecken-Lkw vorgestellt.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

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Langsamer Wandel: 2030 noch immer 9 von 10 Lkw konventionell angetrieben

Bis die Verbrenner-Lkw aus dem alltäglichen Straßenbild verschwinden, wird es jedoch noch lange dauern: 2030 werden laut McKinsey noch 9 von 10 Lkw konventionell angetrieben sein – und selbst im Jahr 2040 immer noch 6 von 10. Dennoch scheint ein Wandel im Gange: Die Studie zitiert eine Umfrage unter mehr als 400 Flottenbetreibern, in der mehr als 60 Prozent angaben, konkrete Dekarbonisierungsziele angekündigt zu haben.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

In der Umfrage äußerten aber auch noch einige Bedenken gegenüber der Einführung von Batterie-Lkw: Ein Drittel der Befragten nannte etwa die begrenzte Batterielebensdauer als Hindernis (Lkw haben längere Nutzungszeiten als Pkw) – dazu kamen die üblichen Kritikpunkte beim Thema E-Mobilität: lange Ladezeiten und eingeschränkte Reichweiten.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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