Branche wiegelt Befürchtungen ab

Busunternehmer: Bahn muss keine Angst vorm Fernbus haben

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Fernbus am Bahnhof in Freiburg neben einem ICE-Zug der Deutschen Bahn. Foto: Patrick Seeger

Berlin - Mit 130 Millionen Euro belastete die neue Fernbus-Konkurrenz die Bilanz der Deutschen Bahn, der Staatskonzern hat alle Mühe, gegenzuhalten. Die Busbranche wiegelt ab.

Die Deutsche Bahn wird durch die wachsende Konkurrenz durch Fernbusse keinen Schaden nehmen - meinen zumindest die Busunternehmer. "Die Bahn muss keine Angst vor dem Fernbus haben", sagte Christiane Leonard, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer.

"Er wird ihr auf Dauer nicht gefährlich." Nach Prognosen steige die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr von 2013 bis 2018 von rund 130 auf 170 Millionen. Daran dürfte die Bahn mit dann mehr als 140 Millionen Fahrgästen den größten Anteil halten.

"Die Fahrgäste steigen vor allem vom Auto auf Bus und Bahn um", widersprach Leonard dem Vorwurf, die Busse nähmen der Bahn die Fahrgäste. Nach Studien kommt immerhin mindestens jeder dritte Fernbus-Kunde von der Bahn. Der Fernbusmarkt war Anfang 2013 freigegeben worden, 2014 verlor die Bahn nach eigenen Berechnungen 130 Millionen Euro an die Bus-Konkurrenz. Um ihr Paroli zu bieten, hatte der Konzern im März eine "Kundenoffensive" angekündigt. Sie will mehr Fernzüge fahren lassen und mehr Städte ansteuern.

"Die positive Entwicklung der Bahn mit einer Qualitätsoffensive wäre ohne die Liberalisierung des Fernverkehr-Marktes nicht möglich gewesen", behauptete Leonard. "Deshalb dürfen die ersten positiven Entwicklungen am Markt nicht zerstört werden", wies sie Forderungen nach einer Maut für Busse zurück.

Der Fernbusmarkt 2014 wird auf 16 bis 20 Millionen Fahrgäste geschätzt. Das Statistische Bundesamt will im Sommer die Zahlen für 2014 vorlegen. Die Branche rechnet damit, dass sich die Zahl in drei Jahren bei 27 Millionen Passagieren einpendelt.

Der Markt sortiert sich derzeit: Unangefochtener Champion sind MeinFernbus und FlixBus, die sich seit Jahresbeginn zusammenschließen. Der ADAC hat sich zurückgezogen, der Anbieter city2city ging aus dem Rennen, während der Offenbacher Pionier Deinbus eine Insolvenz überstanden hat und weiterfährt. Die Deutsche Bahn fährt selbst Fernbus und will ihr Angebot unter der Marke Berlinlinienbus bis Ende 2016 vervierfachen.

dpa

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