Vergangenheits-Reise

Kuriose Extras: So war die deutsche WM-Elf 1974 im Mannschafts-Bus unterwegs

Unter Reisekomfort verstand man im Jahr 1974 noch etwas anderes als heute – doch der Bus der deutschen Nationalmannschaft war für damalige Zeiten sehr modern ausgestattet.

Farben, Formen, Ausstattung: Wie sich die Moden im Laufe der Jahrzehnte verändern, lässt sich besonders gut am Auto ablesen. So kam der VW Käfer im Jahr 1973 beispielsweise einer „Jeans“-Version auf den Markt. Einige mögen sich vielleicht auch noch an den kunterbunten Polo Harlekin erinnern, der wunderbar das flippige Design der 1990er-Jahre verkörpert. Natürlich haben auch technische Entwicklungen einen Einfluss auf das Fahrzeugdesign – wie zum Beispiel der Fußgängerschutz. Aber nicht nur im Pkw hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel getan – auch bei Nutzfahrzeugen gab es viel Veränderungen. Ein gutes Beispiel ist der Bus der deutschen Nationalmannschaft von 1974.

Kuriose Extras: So war die deutsche WM-Elf 1974 im Mannschafts-Bus unterwegs

Eine Fußball-WM ist schnell vergessen – es sei denn natürlich, die eigene Nationalmannschaft wird Weltmeister. Legendär wird so ein Ereignis, wenn es auch noch im eigenen Land stattfindet – so wie im Jahr 1974. Unter dem damaligen Trainer Helmut Schön (80, † 1996) holte das Team um Kapitän Franz Beckenbauer (77) den Titel. Unterwegs waren die Spieler – wie übrigens auch alle anderen 15 teilnehmenden Nationalmannschaften in diesem Jahr – mit einem Bus von Mercedes-Benz mit der etwas nüchternen Bezeichnung O 302.

Mit so einem Bus von Mercedes-Benz reiste die Fußballnationalmannschaft 1974 durch Deutschland.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von unserem Partner 24auto.de.

Kuriose Extras: 1974 war im WM-Bus der deutschen Elf eine Bier-Zapfanlage an Bord

Was heute selbstverständlich ist, war damals Hightech. So war der O-302-Bus unter anderem mit einer Klimaanlage ausgestattet. Heutzutage schon bei vielen Kleinwagen Serie ist die hinten auf dem Dach montierte „Thermo King“-Anlage damals Sonderausstattung. Serie dagegen: Die Luftfederung – und sogar ein WC ist an Bord. Für musikalische Untermalung sorgt ein Stereo-Kassettenradio von Blaupunkt.

Auf dem Weg zum fünften Stern: Alles rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar finden Sie in unserem eMagazin – jetzt kostenlos sichern!

Heute für ein Transportfahrzeug von Sportmannschaften undenkbar: Jeder Sitz ist 1974 noch mit einem Aschenbecher versehen – und sogar einer Zapfanlage für frisches Bier ist an Bord. Ein qualmender Kylian Mbappé oder Manuel Neuer im WM-Team-Bus – eine ziemlich absurde Vorstellung aus heutiger Sicht. Heute gönnen sich die Stars vielleicht höchstens auf einer Meisterfeier mal eine Zigarette – in den 1970er-Jahren aber war Rauchen durchaus noch gesellschaftsfähig.

Deutscher WM-Team-Bus von 1974: Das Original ist verschollen

Von der Heckscheibe des Busses winken 1974 Tip und Tap den Fans zu – die beiden rotbäckigen Kicker im weißen Trikot sind die Maskottchen der WM. Die Aufschrift auf dem Bus lautet übrigens „BR Deutschland“ – schließlich gibt es damals ja noch eine zweite deutsche Mannschaft: das Team der damaligen DDR. Das direkte Aufeinandertreffen verliert die westdeutsche Elf übrigens überraschend durch ein Tor von Jürgen Sparwasser mit 1:0. Weltmeister wird das Team um den „Kaiser“ am Ende aber trotzdem.

Zehn Autos mit Verbrennungsmotor, die wir vermissen werden

Audi TT
Audi TT: Einst als Kernmodell der Marke Audi betrachtet, wird der als Coupé und Roadster gebaute Kompakt-Sportler keinen Nachfolger bekommen. Das liegt auch an der mittlerweile schleppenden Nachfrage für die Design-Ikone. Ein vergleichbarer Stromer wird völlig anders aussehen. Bis Ende des Jahres ist der TT aber noch ab 39.700 Euro bestellbar. © Audi AG
Mercdes-Benz A-Klasse
Mercedes A-Klasse: Der Kompaktwagen passt nicht mehr in das neue Konzept von Mercedes-Benz, vor allem hochpreisige Limousinen, SUV und Sportwagen anzubieten. Das überzeugende Konzept der frühen A-Klasse, möglichst viel Platz in einem kompakten Auto zu schaffen, würde dabei gut ins Elektro-Zeitalter passen – ist mittlerweile aber ohnehin verwässert. Noch gibt den Basis-Benz ab 28.393 Euro zu kaufen.  © Mercedes-Benz
Porsche 718 Boxster
Porsche 718 Boxster: Zwar kämpft Porsche weiterhin für den Verbrennungsmotor, aber überleben wird der langfristig wohl nur im 911. Boxster und Cayman werden 2025 erst auf Wunsch, später wohl grundsätzlich elektrifiziert. Dabei bieten gerade die Versionen mit Sechszylinder-Boxer fast schon elektrische Tugenden wie Laufruhe und Durchzugskraft – bei (für Sportwagen) hoher Reichweite und geringem Gewicht. Aktueller Preis: ab 60.061 Euro. © Daniel Wollstein/Porsche
Jeep Wrangler
Jeep Wrangler: Als purer Verbrenner ist die Off-Road-Ikone schon jetzt nicht mehr lieferbar. Der Plug-in-Hybrid wird so lange laufen, wie er darf, aber den Sprung in die Elektro-Ära nicht schaffen. Ein Nachfolger mit Akku dürfte ähnlich modernisiert daherkommen wie der aktuelle Land Rover Defender, aber dank seiner E-Motoren immerhin überragende Gelände-Eigenschaften bieten. Mit 77.500 Euro ist der Klassiker mittlerweile zum Luxus-Auto geworden. © Stellantis
VW Golf Cabrio
VW Golf Cabrio: Im Grunde vermissen wir ihn jetzt schon, nämlich seit 2016. Der offene VW T-Roc kann den Charme des offenen Kompaktwagens, der seine Karriere als „Erdbeerkörbchen“ mit Henkeln startete, nicht ersetzen. Das wird wohl auch für ein elektrisches Cabrio auf Basis des VW ID.3 gelten – wenn ein solches überhaupt kommt, was angesichts der schwächelnden Nachfrage für offene Autos eher zweifelhaft ist. © VW
Fiat 500
Fiat 500: Während die aktuelle Version des Kleinwagens ausschließlich als Elektroauto produziert wird, ist auch der etwas kleinere Vorgänger derzeit noch bestellbar. Im Stellantis-Konzern ist dessen Aus aber beschlossen. Dabei ist gerade die sparsame Hybrid-Version mit 70 PS ein ökologisch sinnvolles Angebot etwa für jene, die partout kein Elektroauto möchten – etwa Städter, die keine schnelle Lade-Möglichkeit haben. Noch ist der Verbrenner ab 15.501 Euro bestellbar. © Stellantis
Mercedes-Benz SLC 300
Mercedes SLC: Der kompakte Roadster startete – als erstes Cabrio mit Falt-Hardtop – unter dem Namen SLK. Nun beendete nicht der Elektro-Boom, sondern die Nachfrage-Flaute seine Karriere als Frauenversteher. Im künftigen Luxus-Stromer-Portfolio von Mercedes sind solche gerade noch bezahlbaren Fahrspaß-Modelle schon gar nicht vorgesehen.  © Mercedes-Benz
Lamborghini Huracan
Lamborghini Huracán: Die italienische VW-Tochter sperrte sich lange gegen die Elektrifizierung, aber kommt natürlich auch nicht drumherum. Der pure, weder von Hybrid noch Turbo verwässertre V10-Saugmotor des Huracán wird seinen Platz als einer der Höhepunkte des Verbrenner-Zeitalters bekommen. Seine 640 PS würden Elektromotoren zwar mit deutlich weniger Aufwand erreichen, aber sei´s drum: Dass es solche Autos nicht mehr geben wird, ist ebenso vernünftig wie schade. Preis: ab 190.274 Euro. © Charlie Magee
BMW Z4
BMW Z4: Ja, er lebt noch! Anders als Mercedes-Benz führt BWM seinen Mittelklasse-Roadster weiter, eine Kooperation mit Toyota machts möglich. Doch auch wenn BMW weiter Verbrenner bauen will, ist ein Nachfolger alles andere als gesichert. Wenn wir uns irren und es künftig einen Z4 mit (wie bei BMW üblich) Verbrenner- und Elektro-Option geben wird: umso besser. Wer sich darauf nicht verlassen mag, muss mindestens 46.200 Euro investieren. © BMW
Tina Ruland auf Opel Manta
Opel Manta: Eigentlich hatten wir den Manta ja schon als Eighties-Unikum abgehakt. Dann weckte Opel mit der Ankündigung eines elektrischen Mantas die Fantasie: Ein zweitüriges, leichtes Coupé, mit genügend Reichweite für den Ausflug in die Diskothek (so hießen Clubs früher) und zum Baggersee, das wäre doch ein schönes Stück Anarchie zwischen all den effizienten, vernünftigen Stromern. Doch heraus wird wieder nur das übliche Akku-SUV kommen, an das ein Marketing-Genie den Manta-Schriftzug klebt. Umso mehr werden wir den Echten vermissen. © Rights Managed/Imago

Nach dem Ende der Fußball-WM verschwinden die National-Mannschaft-Dekos von den Bussen und sie werden als ganz normale Reisebusse eingesetzt – und damit verlieren sich auch ihre Spuren. Auch die des Busses des deutschen Teams. Jenes Exemplar, das im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart zu sehen ist, ist ein detailgetreuer Nachbau.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare