"WSJ": VW will Diesel-Strafverfahren in USA abwenden

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Laut einem Medienbericht sondiert Volkswagen im Diesel-Skandal die außergerichtliche Beilegung eines möglichen Strafverfahrens in den USA. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Im Dieselskandal hat VW bereits einen vorläufigen Vergleich für einen Teil der in den USA betroffenen Autos ausgehandelt. Nun kämpft der Konzern einem Medienbericht zufolge darum, ein Strafverfahren abzuwenden.

New York/Herndon (dpa) - Im Diesel-Skandal sondiert Volkswagen laut einem Medienbericht die außergerichtliche Beilegung eines möglichen Strafverfahrens.

Die Anwälte des Konzerns befänden sich mit dem US-Justizministerium in vorläufigen Verhandlungen über einen womöglich milliardenschweren Vergleich, berichtet das "Wall Street Journal" ("WSJ") unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ermittler der US-Behörde hätten nach ihrer Auffassung Belege für Gesetzesverstöße des Unternehmens rund um die Manipulation von Abgaswerten gefunden. Ein VW-Sprecher sagte: "Wir sind weiterhin in Gesprächen mit dem Ziel, für verbleibende offene Fragen eine Lösung zu finden." Der Konzern setze sich dafür ein, das Vertrauen der Kunden und Händler sowie der Behörden und der amerikanischen Öffentlichkeit zurückzugewinnen.

Laut dem Zeitungsbericht ist es das Ziel, noch vor Ende des Jahres zu einer Einigung zu kommen. Ob das zu schaffen ist, ist aber wohl noch unklar. Die US-Ermittler prüfen dem Bericht zufolge noch, was genau sie vor Gericht vorbringen wollen - und ob es in einem möglichen Strafverfahren auch Anklagen gegen Einzelpersonen geben solle. Zudem stehe die Art eines möglichen Vergleichs noch zur Diskussion und ob VW sich dafür schuldig bekennen müsse.

Die bisher höchste Vergleichszahlung eines Autobauers, die in den USA zur Abwehr eines Strafverfahrens gezahlt wurde, beglich Toyota mit 1,2 Milliarden Dollar wegen Sicherheitsproblemen mit klemmenden Gaspedalen und rutschenden Fußmatten. Eine Zahlung von VW in der Diesel-Affäre könnte nach Angaben der Zeitung noch höher ausfallen.

Der VW-Konzern hatte Ende September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamtes EPA zugegeben, in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Wagen betroffen, fast 600 000 in den USA. In einem Zivilverfahren vor einem Gericht in Kalifornien haben die Anwälte des Konzerns bereits einen vorläufigen Vergleich für einen Teil der in den USA betroffenen Autos ausgehandelt, der bis zu 14,7 Milliarden Dollar kosten kann. Dabei geht es um Entschädigungen an Autobesitzer, aber auch um Strafzahlungen in einen Umweltfonds.

Dass die US-Justiz auch strafrechtlich gegen VW ermittelt, war bekannt. Die von VW mit der Aufklärung des Diesel-Skandals beauftragte US-Kanzlei Jones Day liefert unter anderem Ergebnisse an das US-Justizministerium.

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