Wirtschaft will Flüchtlinge leichter in Jobs bringen

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Die Wirtschaft möchte Flüchtlingen den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Foto: Britta Pedersen

Bund und Länder ringen um Millionensummen für Flüchtlinge - nun soll es auch um den Jobmarkt für die Asylbewerber gehen. Gerade die vielen, die bleiben, sollen nach Ansicht der Wirtschaft auch möglichst rasch arbeiten.

Berlin (dpa) - Vor einem Spitzentreffen von Bund und Ländern zur Flüchtlingspolitik fordert die Wirtschaft, den Zugang von Flüchtlingen zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich zu erleichtern.

"Viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung zu uns kommen, werden längerfristig oder sogar für immer bleiben", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es ist im Interesse aller, alles zu tun, damit sich diese Menschen zügig in den Arbeitsmarkt integrieren können."

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, forderte, "dass Asylbewerber mit Bleibeperspektive und Geduldete, die hier eine Ausbildung beginnen, diese auch abschließen dürfen ohne Sorge vor Abschiebung". Diese Rechtssicherheit sollte auch für eine Anschlussbeschäftigung gelten, sagte Schweitzer der dpa.

Der Zugang zum Jobmarkt ist ein zentrales Thema einer Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag (18. Juni) in Berlin. Vergangene Woche hatten Bund und Ländern bereits im Grundsatz beschlossen, dass der Bund seine Hilfe für die Versorgung von Asylbewerbern in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro verdoppelt. Bereits zugesagte Mittel von 500 Millionen Euro für 2016 sollen vorgezogen werden. Für 2015 rechnen die Behörden mit 450 000 Asylanträgen. Kramer und Schweitzer begrüßten, dass Bund und Länder das Thema oben auf ihrer Agenda hätten. 

Kramer sagte: "Viele junge Menschen, die als minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kommen, sind nicht nur bereit, sondern auch besonders motiviert, eine Ausbildung zu absolvieren." Gerade für sie dürfe das Asylverfahren keinen Lebensstillstand bedeuten. "Zugleich gibt es viele Unternehmen, die händeringend junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung suchen." Deswegen müsse der Aufenthalt für Asylsuchende und Geduldete, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, grundsätzlich sichergestellt werden. Kramer forderte für die Betroffenen zudem einen leichteren Zugang zu Förderinstrumenten der Berufsausbildung.

Die Asylverfahren müssen aus Sicht der Arbeitgeber außerdem weiter beschleunigt werden. Die Politik müsse die Arbeitsagenturen und Jobcenter in die Lage versetzen, Förderung, Beratung und Vermittlung zu verbessern. 

Kramer forderte auch weitere konkrete Schritte für den Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylsuchende und Geduldete ohne Arbeitsverbot. So kritisierte er die sogenannten Vorrangprüfung, nach der Deutsche im Zweifelsfall bevorzugt einen Job bekommen sollen. Nicht mehr zeitgemäß sei auch das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit. Gerade diese könne ein Weg sein, um mit praktischen Fertigkeiten und persönlichen Kompetenzen zu überzeugen.

DIHK-Präsident Schweitzer nannte fehlende Sprachkenntnisse eine große Beschäftigungshürde. "Deshalb müssen Asylbewerber mit Bleibeperspektive so schnell wie möglich Zugang zu Sprachkursen bekommen."

Nötig seien auch schnellere Asylverfahren. "Deshalb ist es gut, dass Bund und Länder jetzt auch in diese Richtung positive Signale gesendet haben", sagte der DIHK-Chef.

Bundesagentur für Arbeit zum Projekt "Early Intervention"

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu "Arbeit und Beruf"

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