Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Was hinter den Flughafenstreiks steckt

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Warnstreik im öffentlichen Dienst (Symbolbild).

Berlin - Bund und Kommunen hatten ein Angebot vorgelegt - aus Sicht der Gewerkschaften konnte man es nur ausschlagen. Dabei waren die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst schon weit gekommen.

Demagogie, Provokation, Dreistigkeit, Missachtung, Geringschätzung, Ignoranz - Verdi-Chef Frank Bsirske fuhr vor zwei Wochen gleich ein halbes Dutzend Schimpfbegriffe auf. Die Arbeitgeber hatten bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Potsdam ein Angebot vorgelegt. Aus Sicht Bsirskes war es unannehmbar. Wegen dieses Streits gibt es nun die massiven Flughafenstreiks - was steckt dahinter?

Was haben die Arbeitgeber angeboten?

Drei Prozent mehr Lohn für die gut zwei Millionen Beschäftigen von Bund und Kommunen. Und zwar in zwei Stufen gerechnet auf insgesamt zwei Jahre.

Was hatten die Gewerkschaften gefordert?

Sechs Prozent mehr für ein Jahr.

Wie interpretieren die Gewerkschaften das Angebot?

Es seien nur 0,6 Prozent für 2016 und 1,2 Prozent für 2017 drin - wenn man die Jahre einzeln betrachtet und nicht das, was bis Mitte 2017 unterm Strich herauskommt. Denn greifen soll die erste Stufe erst Mitte 2016, die zweite dann Mitte 2017.

Welche großen Verhandlungsbereiche gibt es noch?

Die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten und die Neufassung der Entgeltordnung insgesamt.

Was steckt hinter dem Konflikt um die Zusatz-Altersvorsorge?

20 bis 30 Prozent der Gesamtrente macht das bei den Betroffenen aus. Es geht um mehr als 20 kommunale und kirchliche Kassen der Zusatzversorgung mit einheitlichem Leistungsrecht. Die kommunalen Arbeitgeber des Verbands VKA wollten eine Absenkung der Betriebsrenten. Die Gewerkschaften wollen allenfalls eine paritätische zusätzliche Belastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei finanziell schlecht dastehenden Kassen zulassen.

Wie ist der Stand bei der Entgeltordung?

Erstmals seit 1961 soll diese grundlegend reformiert werden. Es geht um die Eingruppierung hunderter Berufe mit insgesamt 4000 Tätigkeitsmerkmalen etwa je nach Qualifikation. Hier ist man nach langen Verhandlungen - sie ziehen sich bereits seit Jahren hin - einem Durchbruch nahe.

Wie geht es weiter?

Ab diesem Donnerstag treffen Verdi, der Beamtenbund dbb, die VKA und Bundesinnenminister Thomas de Maizière wieder in Potsdam zusammen. Es ist die dritte bereits im Vorfeld vereinbarte Runde. Möglicherweise ziehen sich die Gespräche bis ins Wochenende. Es könnte zu einem Durchbruch kommen, zu einem vorläufigen Scheitern und weiteren Streiks oder zu einer Schlichtung.

dpa

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