Aktien vom Handel ausgesetzt

Chinesischer Milliardär verschwunden - Börse lahm gelegt

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Guo Guangchang ist wie vom Erdboden verschluckt.

Peking - Wegen seiner spektakulären Firmenübernahmen in aller Welt gilt Guo Guangchang als „Warren Buffett Chinas“. Jetzt ist der Milliardär nicht mehr aufzufinden. Hat Peking seine Finger im Spiel?

Guo Guangchang, einer der bekanntesten Unternehmer Chinas, ist laut chinesischen Medienberichten spurlos verschwunden. Der Star-Investor, der über sein Unternehmen Fosun zuletzt auch in Deutschland massiv auf Einkaufstour war, konnte seit Donnerstagmorgen nicht mehr von seinen Mitarbeitern erreicht werden. Das berichte am Freitag das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“. Demnach könnte das Verschwinden des 48-Jährigen mit Korruptionsermittlungen gegen ihn in Verbindung stehen.

Nutzer von sozialen Netzwerken hätten beobachtet, wie der 48-Jährige am Flughafen von Shanghai von Polizisten abgeführt worden sei. Guo Guangchang, der als „Warren Buffett Chinas“ gilt, ist einer der reichsten Männer des Landes. Seine Beteiligungsgesellschaft Fosun hatte in den vergangenen Jahren Anteile an vielen ausländischen Unternehmen eingekauft.

In Deutschland ist Fosun am Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor beteiligt, außerdem hatte sich Fosun vor kurzem mit den Vorbesitzern auf eine Übernahme der Privatbank Hauck & Aufhäuser geeinigt. Zuletzt hatte sich Fosun zudem eine Übernahmeschlacht um die BHF-Bank in Frankfurt mit der französischen Oddo-Gruppe geliefert.

Das Verschwinden von Guo Guangchang deutet nach Ansicht von Beobachtern darauf hin, dass Peking seinen Kampf gegen Korruption in den Chefetagen chinesischer Firmen weiter intensiviert und nun auch zunehmend auf die Privatwirtschaft ausweitet. Nach dem Amtsantritt von Chinas Präsidenten Xi Jinping vor drei Jahren, hatte dessen Kampagne gegen den Filz zunächst vor allem auf das Militär, Politiker und die Chefs von großen Staatsunternehmen abgezielt. Zuletzt gingen die Behörden jedoch mit zunehmender Härte auch gegen die Finanzindustrie des Landes vor.

Auslöser für eine Welle von Ermittlungen war ein großer Börsencrash im Sommer, als die Kurse an der Leitbörse in Shanghai innerhalb weniger Wochen um mehr als 30 Prozent absackten. Um einen Sündenbock für den Kurssturz präsentieren zu können, nahm Peking zahlreiche Wertpapierhändler ins Visier.

Erst am Montag meldete der größte chinesische Broker Citic, dass zwei hochrangige Manager des Unternehmens verschwunden seien. Zuvor hatten die Behörden Ermittlungen gegen Citic und zwei weitere große Finanzhäuser des Landes eingeleitet. Im November wurde zudem der Hedgefonds-Milliardär Xu Xiang festgenommen.

Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, dass gegen Fosun-Chef Guo Guangchang wegen Korruption ermittelt wird. Der Milliardär hatte diese Vorwürfe aber stets zurückgewiesen. Laut „Caixin“ hatte erst im Sommer ein Gericht in Schanghai festgestellt, dass Guo krumme Beziehungen zu einem chinesischen Geschäftsmann namens Wang Zongnan gepflegt haben soll, der wegen Veruntreuung von Geldern zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Nach dem Verschwinden des Chefs, hatte Fosun am Freitag die Aktien des Unternehmens in Hongkong vom Handel aussetzen lassen.

dpa

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