Sky Deutschland-Chef Brian Sullivan hört auf

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Der Vorstandsvorsitzende von Sky Deutschland, Brian Sullivan gibt seinen Posten Ende Juni auf und kehrt zurück in die USA. Foto: Marc Müller

Brian Sullivan wurde 2010 recht plötzlich Chef beim Bezahlsender Sky Deutschland. Seinen australischen Vorgänger zog es zurück in die Heimat. Nach vielen Jahren in Europa will nun Sullivan zurück nach Hause. Der gebürtige US-Amerikaner übergibt ein aufgeräumtes Haus.

Unterföhring (dpa) - Sky Deutschland bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Boss des Bezahlsenders, Brian Sullivan, gibt seinen Posten Ende Juni auf und kehrt zurück in die USA, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Nachfolger wird der bisherige Sport-Vorstand Carsten Schmidt, der ab sofort als Vize von Sullivan agiert.

Sullivan war 2010 an die Spitze des Konzerns gerückt. Ende 2009 hatte sein Vorgänger Mark Williams seinen Posten aufgegeben, um wieder in seine australische Heimat zurückzukehren.

Völlig überraschend kommt Sullivans Abgang nicht - der Manager hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er nach vielen Jahren in Europa in absehbarer Zeit mit seiner Familie wieder zurück in die USA will. Nun ist es soweit. Und der Zeitpunkt ist aus Sicht des Unternehmens gar nicht ungünstig, denn Sullivan hat den Großteil seiner Hausaufgaben erledigt und übergibt ein aufgeräumtes Haus.

Der Manager hat in den vergangenen fünf Jahren das einstige Sorgenkind vom Kopf auf die Füße gestellt. Zwar schreibt Sky unter dem Strich noch immer Verluste, doch die Wende scheint geschafft. Die Abo-Zahlen wachsen, das Minus wird stetig kleiner. Sullivan verpasste dem Sender ein neues Image, investierte in neue Produkte und sicherte Sky für viele Milliarden die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga.

Dabei hatte es jahrelang nicht danach ausgesehen, dass das Pay-TV-Modell hierzulande funktioniert. Unter dem Namen Premiere war der Sender ein Problemfall. Geschönte Abo-Zahlen, horrende Verluste, dazu ließen werbefinanzierte Privatsender und ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk wenig Platz für Bezahlsender.

Deren wichtigstes Verkaufsargument sind vor allem exklusive Sportrechte. Doch Sullivan, Sky und anderen Anbietern kam die Technik zur Hilfe. Hochauflösende Fernsehbilder, 3D-Angebote, schnelles Internet, Tabletcomputer und mit dem Netz verbundene Fernseher - der digitale Wandel eröffnete dem Pay-TV neue Vertriebswege und Möglichkeiten, das eigene Angebot abzugrenzen - und mehr Umsatz zu machen. Inzwischen gibt es viele Bezahlangebote, der Markt wächst.

Das lockt neue Konkurrenten, wie den Streamingdienst Netflix, aber auch Privatsender, die neue, kostenpflichtige Angebote entwickeln. Dieser Konkurrenzkampf dürfte eine der Hauptaufgaben für Sullivans Nachfolger Carsten Schmidt werden.

Sky Deutschland gehört mittlerweile zu mehr als 95 Prozent dem britischen Mutterkonzern Sky und hat innerhalb des Medienimperiums der Familie Murdoch den Besitzer gewechselt. Der Familie dürfte Sullivan erhalten bleiben und in den USA neue Aufgaben übernehmen.

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