Milliarden vor Steuer versteckt

Schwarzgeldskandal: HSBC sagt "Sorry"

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Der frühere HSBC-Chef Stephen Green musste nach Bekanntwerden der Machenschaften zurücktreten.

London - Nach den Enthüllungen über die dubiosen Finanzpraktiken der internationalen Großbank HSBC hat sich diese in britischen Zeitungen für vergangene Verfehlungen entschuldigt.

"Wir müssen zeigen, dass wir verstehen, dass die Gesellschaften, denen wir dienen, mehr von uns erwarten. Wir bitten daher aufrichtig um Entschuldigung", hieß es in den ganzseitigen Anzeigen zu dem Schwarzgeldskandal bei der Bank, die am Sonntag in den Zeitungen "Sunday Times", "Sunday Telegraph", "Mail on Sunday" und "Sun on Sunday" gedruckt wurden. In einem dort abgedruckten Brief an seine Kunden und Angestellten schreibt HSBC-Chefs Stuart Gulliver, die Medienberichte über "historische Ereignisse" zeigten, dass früher die heutigen Standards der Bank nicht allgemein galten.

Der Bankchef forderte jedoch auch, dass die Vorwürfe in ihren "Kontext" gesetzt würden. "Viele der erwähnten Menschen wurden nur genannt, weil sie bekannte Individuen sind", schrieb Gulliver mit Blick auf Vorwürfe der Medien gegen diverse Prominente.

Laut den als "SwissLeaks" bekannten Enthüllungen half die Bank weltweit Kunden, darunter bekannte Diktatoren und Kriminelle, mehr als 100 Milliarden Euro vor den Steuerbehörden zu verstecken.

Der frühere HSBC-Angestellte Hervé Falciani hatte 2009 umfangreiche Kundendaten der Schweizer Filiale gestohlen und den französischen Steuerbehörden übergeben, die sie an andere Staaten weiterreichten. Ein internationales Recherche-Netzwerk hatte vor einer Woche Schwarzgeld-Konten und Geschäfte mit Waffenhändlern und Schmugglern bei der Schweizer HSBC öffentlich gemacht.

Der Skandal zwang am Samstag den früheren HSBC-Chef Stephen Green, von seinem aktuellen Posten bei der Finanzlobbyorganisation TheCityUK zurückzutreten. Die Lobbyorganisation erklärte, er werde als Vorsitzender des Beirats durch Gerry Grimstone ersetzt. Green führte die HSBC zur Zeit, als die Bank ihren Kunden bei der Steuerflucht geholfen haben soll. Später diente er dem britischen Premierminister David Cameron als Handelsminister und sitzt seit 2010 im Oberhaus. Das Parlament will ihn nun zu dem Steuerskandal vernehmen.

afp/dpa

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