Aktionäre billigen Expansionskurs von Rocket Internet

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Vorstandschef Oliver Samwer und Technik-Vorstand Alexander Kudlich (l) nehmen an der Jahreshauptversammlung von Rocket Internet in Berlin teil. Foto: Jens Kalaene

Noch ist jede Menge Geld für Investitionen da. Doch das scheint dem Internetfirmen-Entwickler Rocket nicht genug zu sein. Die Aktionäre wurden deshalb um grünes Licht für eine möglicherweise milliardenschwere Kapitalaufstockung gebeten.

Berlin (dpa) - Die Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet könnte sich weitere Milliarden am Kapitalmarkt besorgen, um ihr Firmengeflecht zu vergrößern.

"Wir planen, weiterhin jedes Jahr zehn neue Unternehmen an den Start zu bringen", sagte Vorstandschef Oliver Samwer auf der ersten öffentlichen Hauptversammlung in Berlin.

Die Aktionäre ermächtigten dazu mit großer Mehrheit den Vorstand, im Zeitraum bis Juni 2020 Wandelanleihen im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro auszugeben. Solche Anleihen können zum Laufzeit-Ende in neue Aktien des Unternehmens umgewandelt werden. Ob und wann eine Kapitalerhöhung konkret ansteht, ließ Samwer auch auf Nachfrage von Aktionären offen.

Zu den bekannten Rocket-Beteiligungen gehören etwa das Online-Möbelhaus Home 24, der Essenslieferdienst Foodpanda und der Reinigungskräfte-Vermittler Helpling.

Zuletzt hatte Rocket nach eigenen Angaben Barmittel in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem Börsengang im Oktober 2014 hatte Rocket rund 1,5 Milliarden Euro eingenommen. Im Februar besorgte sich die Gesellschaft zusätzlich 590 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien.

Derzeit ist die Rocket Internet SE an etwa 140 Firmen beteiligt, die Hälfte davon sind eigene Gründungen. Die Unternehmen sind in 110 Ländern tätig und haben zusammen gut 30 000 Mitarbeiter, davon 9300 in Indien und Südostasien, 7800 in Südamerika und 5300 in Westeuropa.

Vorstandschef Samwer bekräftigte das Unternehmensziel, die größte Internet-Plattform außerhalb der USA und Chinas zu werden. In den USA und China wolle man sich wegen des dort herrschenden großen Wettbewerbs nicht stark engagieren. 

"Die Zahlung von Dividenden steht kurz- bis mittelfristig nicht auf der Agenda", sagte Finanzvorstand Peter Kimpel auf eine entsprechende Frage in der Hauptversammlung.

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