Regierung gibt Startschuss für Plattform Industrie 4.0

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Mit der Plattform "Industrie 4.0 - Wirtschaft mit Zukunft" soll die vernetzte, digitale Produktion von morgen auf eine breitere gesellschaftliche Basis gestellt werden. Foto: Julian Stratenschulte

Weltweit steht die Industrie vor einem Umbruch. Neue, moderne Arbeitsweisen kündigen sich an - aber die Richtlinien dafür fehlen noch. Deutschland will nun die nötigen Rahmenregelungen festklopfen.

Hannover (dpa) - Ein Verbund von 150 Experten aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaften soll einen Fahrplan in die neue industrielle Produktion erarbeiten.

Das zukunftsträchtige Thema werde so praxisorientiert neu ausgerichtet, teilte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zum Startschuss der Plattform Industrie 4.0 auf der Hannover Messe mit.

Sowohl er als auch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) werteten die Auftaktveranstaltung vor rund 400 Managern als Signal für einen Aufbruch der Branche, ohne den Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen drohe. "Ohne die Industrie 4.0 wird auch die Energiewende nicht zu bewältigen sein", sagte Gabriel.

Zusammen mit Wanka wird sich der SPD-Chef die Leitung der Plattform mit Spitzen aus Industrie, IG Metall und Fraunhofer-Gesellschaft teilen. Die Teilnehmer der einzelnen Arbeitsgruppen befassen sich mit Themen wie Standardisierung, Forschung und Sicherheit sowie Recht, Arbeit und Aus- und Weiterbildung.

Ergebnisse sollen bis zum Jahresende auf dem IT-Gipfel im November vorgestellt werden. "Die Frage, wie wir in Deutschland künftig leben, arbeiten und produzieren, wird maßgeblich vom Prozess der Digitalisierung geprägt", erklärte Gabriel.

Heute würden wichtige Grundlagen für den Wettlauf um die Produkte und Märkte von morgen gelegt. Die vernetzte, digitale Produktion ist auch zentrales Messe-Thema. Bei der Entwicklung von Rahmenrichtlinien soll auch der Schulterschluss mit der Europäischen Union gesucht werden. Gabriel und Wanka warnten vor Unkenrufen, wonach der Standort Deutschland vor allem den USA und Asien hinter hinke.

Wanka wies auch auf das Thema Weiterbildung hin. Die automatisierte Welt der Zukunft baue keine Stellen ab, verändere aber die Arbeitswelt und ersetze damit klassische Berufsbilder durch andere. Dem gelte es mit entsprechenden Bildungsangeboten Rechnung zu tragen.

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