Nach zwei Jahren: Plädoyers im Sal. Oppenheim-Prozess

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Nach Einschätzung der Kammer haben die vier Angeklagten der Bank einen "Schaden im hohen zweistelligen, wenn nicht dreistelligen Millionenbereich" zugefügt. Foto: Oliver Berg

Im Sal. Oppenheim-Prozess ist das Ende in Sicht: In dieser Woche wollen die Ankläger ihr Plädoyer halten. Wenn es nach ihnen geht, müssen mindestens zwei der Angeklagten ins Gefängnis.

Köln (dpa) - Im Strafprozess gegen die ehemalige Führung der Bank Sal. Oppenheim will die Staatsanwaltschaft heute ihr Plädoyer halten. Ursprünglich war der Beginn schon für die vergangene Woche geplant, doch dann hatte die 16. Große Strafkammer am Landgericht Köln es noch einmal verschoben.

Der Prozess zieht sich bereits mehr als zwei Jahre hin. In dem Verfahren sind die vier ehemals persönlich haftenden Gesellschafter Matthias Graf von Krockow, Christopher Freiherr von Oppenheim, Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt angeklagt. Ihnen wird teils Untreue in besonders schwerem Fall, teils Beihilfe dazu vorgeworfen.

Der fünfte Angeklagte - ihr ehemaliger Geschäftspartner Josef Esch - muss sich nur noch wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz verantworten. Ein Teil des Verfahrens gegen ihn war im März gegen eine Geldauflage von sechs Millionen Euro eingestellt worden - ein Schuldeingeständnis war damit nicht verbunden.

Die vier ehemaligen Chefbanker müssen befürchten, weniger glimpflich davonzukommen: Im Januar hatte das Gericht mitgeteilt, dass es sie nach dem damaligen Stand der Beweisaufnahme alle für schuldig hielt.

Nach Einschätzung der Kammer haben die vier Angeklagten der Bank einen "Schaden im hohen zweistelligen, wenn nicht dreistelligen Millionenbereich" zugefügt. Allerdings hätten sie dies nicht getan, um sich persönlich zu bereichern.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, sie sehe Krockow und Oppenheim "nicht im Bewährungsbereich", sondern darüber. Bis zu zwei Jahre kann eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Krockow und Oppenheim haben vor Gericht zugegeben, Entscheidungen auf einer unzureichenden Informationsgrundlage getroffen zu haben. Janssen und Pfundt haben dagegen betont, in viele wichtige Entscheidungen nicht eingebunden gewesen zu sein.

Die einst größte europäische Privatbank Sal. Oppenheim war in der Finanzkrise 2008 fast zusammengebrochen, weil sie als Großaktionärin des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor mit in den Abwärtsstrudel geraten war. Heute ist sie - stark verkleinert - eine Tochter der Deutschen Bank.

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