Wettbewerbshüter prüfen

Milliarden-Deal von Siemens stößt in Brüssel auf Bedenken

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Brüssel/München - "Geringere Produktvielfalt": Die von Siemens geplante Übernahme des US-Kompressoren-Herstellers Dresser-Rand stößt bei der EU-Kommission auf Bedenken.

Eine erste Prüfung ergab nach Angaben der Brüsseler Behörde, dass sich durch den Zusammenschluss die Zahl der wichtigsten Wettbewerber auf Märkten für bestimmte Produkte von drei auf zwei verringern würde. „Dies könnte zu einer geringeren Produktvielfalt und letztlich zu höheren Preisen führen“, hieß es am Freitag aus der Kommission.

Folge ist nun eine eingehende Prüfung der geplanten Übernahme. Ein Beschluss solle bis zum 19. Juni fallen. Das Verfahren sei ergebnisoffen, betonten die Wettbewerbshüter.

Sowohl Siemens als auch Dresser-Rand produzieren unter anderem Antriebe wie zum Beispiel Gasturbinen, Industriegasturbinen, Dampfturbinen und Elektromotoren. Die Abnehmer dieser Maschinen sind hauptsächlich in der Öl- und Gaswirtschaft tätig.

Siemens will mit dem 7,6 Milliarden Dollar (rund 6,7 Mrd Euro) teuren Deal eigentlich vom Fracking-Boom in den USA profitieren. Wegen des Ölpreisverfalls ist das Geschäft allerdings umstritten. Großer Konkurrent von Dresser-Rand und Siemens ist General Electric.

Siemens betonte, man erwarte trotz der verstärkten Prüfung einen erfolgreichen Abschluss der Dresser-Rand-Übernahme: „Wir sind im Plan und rechnen weiterhin mit einem Closing der Transaktion im Sommer 2015 oder früher.“

dpa

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