Industrie 4.0: Kanzlerin besucht Siemens

Merkel ist begeistert von der „Digitalen Fabrik“

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Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser überreicht im Siemens-Elektronikwerk in Amberg Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Leiterplatte aus dem Jahre 1958 und eine aktuelle von 2015.

Amberg - Vollautomatisierte Produktion, der Mensch im Einklang mit Robotern und Maschinen - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei einem Besuch in Bayern ein Bild von der Digitalisierung in der Industrie gemacht.

Der Mensch im Einklang mit Maschinen: Industrie 4.0 gilt als Zukunft der Produktion. Die Kanzlerin zeigt sich bei einem Siemens-Besuch begeistert. Wird die Bundesrepublik ein Schrittmacher dieser Technik?

„Deutschland ist nicht reich an Rohstoffen, aber reich an Ideen“, sagte die CDU-Politikerin nach einem Rundgang im Siemens-Elektronikwerk in Amberg. Der Standort gilt als wichtiges Beispiel für das Geschäftsfeld „Digitale Fabrik“ von Siemens.

In Amberg wird Technik produziert, mit der Maschinen und Anlagen gesteuert und industrielle Fertigungen automatisiert werden - etwa in der Automobilbranche oder bei Kreuzfahrtschiffen. Industrie 4.0 liefere ein hohes Maß an Sicherheit, und Maschinen könnten für den Menschen schwere und ermüdende Arbeit ersetzen, betonte Merkel.

„Unser Elektronikwerk (...) zeigt, dass Siemens beim Thema Industrie 4.0 in der Umsetzung ist“, sagte Konzernchef Joe Kaeser, der die Kanzlerin beim Rundgang begleitet hatte. Dabei bleibe die „Digitale Fabrik“ von Menschen geprägt: „Der Mensch stellt dabei sicher, dass die Maschinen genau das machen, was wir wollen.“

Ziel: Die bestmögliche Unterstützung für den Menschen

Werksleiter Karl-Heinz Büttner berichtete: „Wir machen selbst fast keine Fehler mehr.“ Ziel der „Digitalen Fabrik“ sei die bestmögliche Unterstützung für den Menschen. Die Fertigung funktioniert in Amberg weitgehend automatisiert, nur für ein Viertel der Arbeit ist der Mensch zuständig. Zu Beginn werden Ausgangsmaterialien in die Produktionsstraße gelegt, von da an läuft alles maschinengesteuert.

Jedes Jahr stellt das Elektronikwerk in Amberg 15 Millionen Produkte her - dies bedeutet, dass gerechnet auf rund 230 Arbeitstage etwa jede Sekunde eines das Werk verlässt. Innerhalb von 25 Jahren hat die Fabrik mit derzeit 1200 Mitarbeitern ihre Produktivität verachtfacht.

Enttäuschte Gesichter hatte es zuvor beim Roboterhersteller Kuka in Augsburg gegeben: Eine Stunde vor einem ebenfalls geplanten Besuch kam die Absage, wegen schlechten Wetters konnte Merkel nicht nach Schwaben fliegen.

dpa

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