Löhne 2015 kräftiger gestiegen als Inflation

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Schon mal bemerkt? Unter dem Strich haben Beschäftigte nun mehr Geld im Portemonnaie. Foto: Daniel Karmann

Gute Zeiten für Tarifbeschäftigte in Deutschland: Ihre Verdienste klettern schneller als die Inflation. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher und kann den Konsum anschieben.

Wiesbaden (dpa) - Die Tariflöhne in Deutschland sind im vergangenen Jahr erneut deutlich stärker gestiegen als die Inflation. Die tariflichen Monatsverdienste inklusive Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld lagen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,1 Prozent über dem Vorjahr.

Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit am vorläufige Zahlen aus dem Januar. Weil die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur um 0,3 Prozent anzogen, haben Beschäftigte unter dem Strich mehr Geld im Portemonnaie. Das stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum ankurbeln, der seit Monaten die wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur ist. Volkswirte erwarten, dass das auch 2016 so bleiben wird - auch weil die Inflation, also die Preisentwicklung für Waren und Dienstleistungen, absehbar weiterhin niedrig bleiben dürfte.

Am stärksten erhöhten sich die Tarifverdienste 2015 im Gastgewerbe (plus 3,3 Prozent) - ein Grund: die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro zum 1. Januar. Auch in der Industrie stiegen die Verdienste mit 3,2 Prozent überdurchschnittlich - vor allem wegen eines vergleichsweise hohen Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie.

Insgesamt jedoch brachte 2015 bei den Tarifverdiensten das geringste Plus seit 2011 (1,7 Prozent). 2014 waren es 3,2 Prozent, 2013 immerhin 2,4 Prozent und 2012 nach Bundesamts-Angaben 2,7 Prozent. Den vergleichsweise geringen Anstieg im vergangenen Jahr erklärten die Statistiker mit einem Sondereffekt: Im öffentlichen Dienst gab es 2014 hohe Nachzahlungen infolge des damaligen Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst (TVöD). 2015 gab es solche Nachzahlungen nicht. Im vierten Quartal 2015 waren die Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen um 2,0 höher als im Vorjahresquartal.

Bundesamt zu Tarifverdiensten 2015

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