Gräfrath

Malmedie investiert 1,2 Millionen Euro in neues CNC-Bearbeitungszentrum

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Mahmut Aslan an der 2013 neuen 1 Mio teuren CNC-Maschine 800 000 Euro.

„Hidden Champion“ aus Gräfrath produziert Kupplungen, die weltweit in großen Kranen im Einsatz sind.

Von Fred Lothar Melchior 

Rund 1,2 Millionen Euro investiert die M.A.T. Malmedie Antriebstechnik GmbH in diesem Jahr in ein neues CNC-Bearbeitungszentrum. Die Maschine soll Ende des Jahres in Betrieb gehen und ist schon die zweite dieses Typs. Die erste ging 2013 in Betrieb – und erlaubt dem Spezialisten für Zahn-, Tonnen- und Sicherheitskupplungen ein neues Bearbeitungskonzept.

Demnächst können Werkstücke bis 1,5 Tonnen bearbeitet werden.

„Vorher brauchten wir für ein Werkstück vier verschiedene Maschinen“, erläutert Christof Lautwein, der die Malmedie-Geschäfte mit Michael Spiegel führt. Die neue Maschine, es war die erste ihrer Art, kombiniert die Fünfachs-Drehbearbeitung mit einem Wälzschälverfahren. So entstehen Innen- und Außenverzahnungen viel effizienter.

Rund 800 000 Euro kostete bereits die erste Anlage. Die zweite ist teurer, weil sie statt 800 mm Drehdurchmesser das Anderthalbfache schafft – bei Werkstücken bis 1,5 Tonnen. Eingebaut werden die Zahnräder in Kupplungen, die weltweit im Einsatz sind.

Hauptkunde ist der größte Hersteller von Containerkranen

Gerade empfingen die Gräfra-ther eine Delegation der Shanghai Zhenhua Heavy Industry Co. Ltd. (ZPMC), des bedeutendsten Einzelkunden von Malmedie. ZPMC, der weltgrößte Hersteller von Containerkranen, schickte seinen Vizepräsidenten nach Solingen, um sich von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu überzeugen und die Innovationen kennen zu lernen.

Geschäftsführer Michael Spiegel an der Anlage, die vier Maschinen ersetzt.

„Wir sind sozusagen ein ,Hidden Champion’ – ein kerngesunder Mittelständler, der jeder Krise trotzen kann“, betonen die beiden Malmedie-Geschäftsführer. „Unser Unternehmen ist in den vergangenen Jahren permanent und solide gewachsen.“ Dafür sorgen Neuentwicklungen; 2014 meldete M.A.T. drei neue Patente international an. Ein System für den Überlastschutz, das auf einer Malmedie-Sicherheitskupplung basiert, findet sich auf über 120 Containerkranen. „Alleine für dieses System besitzen wir Patente in etwa 15 Ländern“, erklären die Geschäftsführer. 

Man setze auch künftig auf die eigenen Ressourcen, sagen Christof Lautwein und Michael Spiegel. Die Belegschaft zählt rund 50 Köpfe. Zurzeit wird noch ein erfahrener Konstrukteur für die Entwicklung gesucht. Außerdem sind im Sommer noch Ausbildungsplätze im gewerblichen und im kaufmännischen Bereich zu vergeben.

M.A.T.-Kupplungen werden auch in der Stahlindustrie, im Bergbau und im Schwermaschinenbau benötigt. „Innovation als überlebenswichtiger Zukunftsfaktor, gepaart mit einem hohen Exportanteil von rund 75 Prozent sichern die Geschäfte von Malmedie auch auf die nächsten Jahre hinaus“, sind Lautwein und Spiegel sicher.

GESCHICHTE Die Malmedie & Cie.Maschinenfabrik wurde 1873 in Oberbilk gegründet. Kupplungen fertigte man seit 1926. Vier Jahre später kauften die Solinger Brüder Kieserling die Firma.

HEUTE M.A.T. gibt es seit 1981. Der Neubau im Dycker Feld entstand 1994. 2003 erwarb Dr. Rahim Groß das Unternehmen.

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