IWF: Weltwirtschaft könnte aus der Bahn geworfen werden

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Arbeiter in Pasig City, östlich der philippinischen Hauptstadt Manila:  east of Manila, Die Schwellen- und Entwicklungsländer, bisher Motor der Weltkonjunktur, lahmen. Foto: Francis R. Malasig

Die Weltwirtschaft kommt nicht auf Touren. China und die Schwellenländer sind auf Schlingerkurs, die Ölexporteure leiden, in den USA drückt der starke Dollar. Unklar sind auch die Folgen der Flüchtlingskrise.

London (dpa) - Der Internationale Währungsfonds sieht steigende Risiken für die Weltwirtschaft und senkt seine Konjunkturprognose für das laufende und kommende Jahr.

"Die Wachstumserwartungen scheinen stetig zu sinken", erklärte der Chefökonom des IWF, Maury Obstfeld. Zwar hoffe man, dass das Wachstum zum Jahresende in den meisten Ländern wieder etwas anziehe. Obstfeld betonte am Dienstag in London jedoch auch: "Wir haben wohl einen holprigen Weg vor uns."

In Europa halte der Druck durch die niedrige Inflation weiter an. Schwer kalkulierbar seien die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Flüchtlingskrise. Hier dürften auf die betroffenen Länder weitere Ausgaben zukommen. Der Flüchtlingszustrom führe zu "größeren Herausforderungen" für die Arbeitsmärkte in den EU-Ländern, hieß es in dem IWF-Bericht.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer, bisher Motor der Weltkonjunktur, lahmen. Der niedrige Ölpreis und das Ende der Politik des ultrabilligen Geldes der US-Zentralbank Federal Reserve seien zusätzliche Risiken. "Die USA stehen vor Herausforderungen durch die Stärke des Dollar", so Obstfeld. "Das hat einen Effekt auf die Handelsbilanz."

Im Jahr 2015 sei die Weltwirtschaft nur um 3,1 Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr sieht der IWF ein Wachstum von 3,4 Prozent. 2017 könnte es um 3,6 Prozent nach oben gehen, unter anderem, weil es bis dahin in den stotternden Volkswirtschaften der großen Schwellenländer Russland und Brasilien wieder etwas besser laufen könnte. Der IWF hat damit seine Prognose vom Herbst um je 0,2 Punkte abgesenkt.

Für Deutschland sieht der Fonds ein Wachstum von jeweils 1,7 Prozent in den Jahren 2016 und 2017. Dies liegt etwas unterhalb anderer europäischer Länder wie Spanien und Großbritannien. Insgesamt werde das Wachstum in Europa derzeit eher vom Konsum getragen, die niedrige Inflation drücke auf die Preise bei den Exporteuren, was vor allem Deutschland belastet.

Vor allem Chinas Wandlung von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft mache der Konjunktur zu schaffen. Der IWF sieht Chinas Wachstum bei 6,3 Prozent im laufenden Jahr und bei 6,0 Prozent 2017 - und damit deutlich unter der von Peking selbst gesetzten Zielmarke von rund 7 Prozent.

"Wenn diese Haupt-Herausforderungen nicht erfolgreich gemeistert werden, könnte das globale Wachstum aus der Bahn geworfen werden", heißt es in dem Bericht. Der IWF rief Regierungen und Zentralbanken dazu auf, weiter eine lockere Geldpolitik zu verfolgen, vor allem um die lahmende Inflation in Gang zu bringen.

Der niedrige Ölpreis, der bis 2017 nach bisherigen Erkenntnissen nicht signifikant steigen werde, habe Öl exportierende Länder in ihren Wachstumsaussichten geschwächt. Die Nachfrage sei jedoch trotz der niedrigeren Kosten nicht in dem Maße gestiegen, wie das bei früheren Preissenkungen zu beobachten gewesen sei.

Informationen IWF

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