Wissenschafter machen Rechnung auf

Ifo-Institut: Grenzkontrollen kommen billiger als Flüchtlinge

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Clemens Fuest, neuer Chef des ifo-Instituts. Er übernahm das Institut von Hans-Werner Sinn.

München - Das Ifo-Institut hat Schlagbäume und Flüchtlinge gegengerechnet. Fazit der abenteuerlich anmutenden Studie: Es sei billiger, Grenzen zu schließen als die Zuwanderung zuzulassen.

Grenzkontrollen im Schengen-Raum kommen Deutschland nach Berechnungen des Ifo-Instituts billiger als eine unkontrollierte Einwanderung. Die Wiedereinführung der Kontrollen an sämtlichen Grenzen würde zwar den Handel bremsen und reduzieren - die deutsche Wirtschaftsleistung würde um bis zu 15 Milliarden Euro jährlich sinken, teilten die Wirtschaftsforscher am Montag in München mit. 

Die EU-Wirtschaftsleistung würde um bis zu 5 Promille schrumpfen. Aber „diese Kosten machen nur einen kleinen Teil jener Summen aus, die durch unkontrollierte Massenzuwanderung entstehen könnten", sagte Professor Gabriel Felbermayr.

Flüchtlinge 21 Milliarden, Grenzkontrollen 5 Milliarden

Studien-Mitautorin Jasmin Gröschl sagte: „Im Vergleich zu den Kosten der Flüchtlingskrise, die allein für Deutschland und das Jahr 2016 auf über 21 Milliarden Euro geschätzt werden, sind die Kosten einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengen-Raum gering.“ Viel wahrscheinlicher seien aber Kontrollen nur auf den Flüchtlingsrouten über den Balkan oder Italien nach Österreich und Deutschland. Das würde die deutsche Wirtschaftsleistung um bis zu 5 Milliarden Euro jährlich senken.

Aus dem Institut kommen mehrere Zahlen

Diese Zahlen sind aber nicht die einzigen, die das Institut in Sachen Grenzkontoll-Kosten kolportiert: Europas Wirtschaftsleistung habe sich deshalb um neun bis 15 Milliarden Euro im Jahr reduziert, hieß es noch am Wochenende.

dpa

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