Auch Personenverkehr wird betroffen sein

Lokführer vor dem nächsten Streik - Bahn rüstet sich

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Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL.

Berlin/München - Die Lokführer der Deutschen Bahn bereiten den nächsten Streik vor. Er soll vor allem den Güterverkehr treffen. Aber auch Personenzüge werden ausfallen. Die Bahn stellt ein Krisenteam zusammen.

Update: Am späten Montagnachmittag hat die Gewerkschaft der Lokführer angekündigt, dass ab Dienstag, 21. April, der Güterverkehr und ab Mittwoch, 22. April, der Personenverkehr bestreikt wird. 

Keine Entwarnung für Kunden der Deutschen Bahn: Die Lokführergewerkschaft GDL will bei den für diese Woche angekündigten Streiks in erster Linie den Güterverkehr treffen - schließt aber ausdrücklich auch Ausfälle bei Personenzügen nicht aus. Im Februar hatte die GDL einen bereits beschlossenen Ausstand abgeblasen und war doch noch an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.

Einen konkreten Termin für die drohende siebte Arbeitsniederlegung im laufenden Tarifkonflikt nannte die Spartengewerkschaft bis zum Montagnachmittag noch nicht. Man werde Beginn und Umfang der Streiks rechtzeitig bekanntgeben, wiederholte ein GDL-Sprecher.

Die Deutsche Bahn stellt sich unterdessen auf Zugausfälle und Verspätungen ein. In der Europa-Leitstelle in Frankfurt soll ein Krisenteam den Güterverkehr während des Ausstands steuern. Dabei hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang, sagte ein Bahnsprecher am Montag. Auch für den Personenverkehr gibt es nach Bahn-Angaben Bereitschaftspläne der Betriebs- und Planungszentralen.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Am Freitag seien die Verhandlungen in der mittlerweile 16. Runde am Knackpunkt der Lokrangierführer gescheitert, die von der Bahn niedriger eingestuft werden sollten als ihre Kollegen auf der Strecke. Ein zweites Berufsbild als „billiger Jakob“ sei mit der GDL nicht zu machen, hatte Weselsky erklärt. Bisher hat allein die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge für die Lokrangierführer abgeschlossen.

Am Montagmorgen sagte er im Bayerischen Rundfunk: „Wir werden sicherlich mehr den Güterverkehr in den Fokus nehmen, aber es bleibt nicht aus und ist nicht zu vermeiden, dass wir auch im Personenverkehr die Streiks durchführen.“ Die Lokführer seien es leid, vom Management der Bahn veralbert zu werden. Weselsky warf dem Unternehmen erneut vor, nicht wirklich verhandeln zu wollen.

Die Bahn dagegen kritisierte nochmals den geplanten siebten Arbeitskampf nach zwei Warnstreiks und vier regulären Streikrunden. „Wir verstehen nicht, warum die GDL den bislang gemeinsam erreichten Zwischenstand nicht festhalten will“, sagte eine Konzernsprecherin. Auch beim schwierigen Punkt Lokrangierführer hätten beide Seiten mittlerweile Grundzüge einer gemeinsamen Lösung erarbeitet.

Die GDL will noch vor dem Inkrafttreten des umstrittenen Tarifeinheitsgesetzes für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge abschließen. Bislang hatte sie nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart und läuft nun Gefahr, in Konkurrenz zur EVG künftig nur noch in einem Teil der Deutsche-Bahn-Betriebe eigene Tarife aushandeln zu können.

Das Tarifeinheitsgesetz der großen Koalition soll nach bisherigen Planungen im Juli in Kraft treten. Die GDL hat Verfassungsbeschwerde angekündigt und der Bahn eine Verzögerungstaktik vorgeworfen.

dpa

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