Daimler plant neue Investitionen in China

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China-Vorstand Hubertus Troska: "Wir sind dabei, weitere Investitionen zu planen." Foto: Daimler/Archiv

Trotz langsameren Wachstums in China pilgern mehr Hersteller als je zuvor zur diesjährigen Automesse in Shanghai. Mercedes hat ehrgeizige Pläne - aber der Wettbewerb auf dem größten Automarkt wird härter.

Peking (dpa) - Daimler will seine Investitionen in China ausbauen und dort bis zum Ende des Jahres jede Woche einen neuen Händler eröffnen.

Vor der Automesse in Shanghai kündigte China-Vorstand Hubertus Troska in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Peking an, dass es dann 500 Mercedes-Händler auf dem größten Fahrzeugmarkt der Welt geben soll. Obwohl sich das Wirtschaftswachstum abkühlen soll, haben die deutschen Autobauer nach Einschätzung des Verbands VDA weiterhin große Chancen auf gute Geschäfte im Reich der Mitte.

In der Aufholjagd mit Audi und BMW werde Daimler sein Händlernetz bald "auf Wettbewerbsniveau" gebracht haben, sagte Troska. Der Konkurrenzkampf wird nach seiner Einschätzung härter, doch bleibe das Wachstum solide: "Wir sind dabei, weitere Investitionen zu planen."

Grundsätzlich sieht der VDA für alle deutschen Autobauer ein anhaltend wachsendes Geschäft in der Volksrepublik. "Auch wenn China die Drehzahl etwas zurücknimmt - die Nachfrage nach Autos steigt weiter, weil sich in China immer stärker eine kaufkräftige Mittelschicht herausbildet", sagte Verbandschef Matthias Wissmann.

Der chinesische Markt nähert sich in diesem Jahr der Marke von 20 Millionen verkauften Autos. In den ersten drei Monaten stieg der Absatz nach VDA-Angaben bereits um elf Prozent auf 5 Millionen Stück.

Indes konnte von den großen Anbietern nur Daimler im ersten Quartal kräftiger zulegen als der Gesamtmarkt. Während die Stuttgarter auf rund 15 Prozent Zuwachs kamen, lagen BMW und Audi nur bei gut sieben Prozent - die VW-Kernmarke um die Modelle Golf und Passat lieferte sogar etwas weniger Neuwagen aus als in den ersten drei Monaten 2014.

Die Shanghaier Automesse, die am Sonntag mit ersten Premieren eingeläutet wird, verbucht laut den Organisatoren einen Rekord an Teilnehmern. Fast 2000 Hersteller aus 18 Ländern sind auf 530 000 Quadratmetern in dem neuen Ausstellungsgelände vertreten.

Mehr als 1300 Modelle werden auf der Autoshow gezeigt, die am Montag ihre Pforten bis zum 29. April öffnet. Zuvor sorgte das Verbot von freizügig gekleideten Hostessen an den Ständen für großen Wirbel.

Insgesamt scheinen die Aussichten trotz langsameren Wachstums der zweitgrößten Volkswirtschaft weiter robust. Vor allem chinesische Autobauer konnten seit Jahresanfang um 21 Prozent zulegen und ihren Marktanteil von 39 auf 43 Prozent ausweiten. Nach einem Plus von 9,9 Prozent im Vorjahr soll der Personenwagen-Markt in China 2015 um acht Prozent zulegen. Der Oberklasse-Markt, in dem die Deutschen stark vertreten sind, soll sogar um 10 bis 15 Prozent wachsen.

Mercedes spürt auf seinem inzwischen größten Einzelmarkt kräftigen Aufwind und legte im ersten Quartal um 18 Prozent zu. Die Stuttgarter wollen auch in diesem Jahr schneller als der Premiummarkt wachsen.

"Es ist unser Ziel, noch etwas zuzulegen", sagte Troska. Zu den neuen Investitionsplänen wollte der China-Vorstand aber noch keine konkreten Zahlen nennen. Das Werk in Peking biete reichlich Platz, um den Standort auszubauen: "Wir werden dort noch weiter investieren, weil wir noch weitere Produktideen haben."

Der Anteil der in China gefertigten Wagen am Absatz werde von 55 Prozent 2014 "spätestens in ein, zwei Jahren" auf zwei Drittel ansteigen. "Der Markt ist umkämpft und Wachstum nur mit attraktiven, lokal gebauten Fahrzeugen möglich", sagte Troska. Auch setze Mercedes stark auf Finanzierung sowie lokale Forschung und Entwicklung.

Ungeachtet der "neuen Normalität" in China mit einem geringeren Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent sei Daimler "zuversichtlich". Die grundlegenden Daten sprächen dafür, dass sich der Automarkt weiter gut entwickelt, sagte Troska mit Blick auf die Urbanisierung und Entwicklung des Westens.

Der kompakte Geländewagen GLA, der seit diesem Monat in einem neuen Werk in Peking neben der E- und C-Klasse sowie dem GLK gebaut wird, werde "der nächste Wachstumstreiber", sagte Troska. Auf der Messe stellt Mercedes in einer Weltpremiere auch ein Konzeptauto vor, bei dem es sich nach Angaben aus informierten Kreisen um ein GLC Coupé handelt, das "ziemlich nahe am echten Modell" sein dürfte. Es soll laut Experten dem BMW X4 Konkurrenz machen.

Beijing Benz Automotive

Automesse Shanghai

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