Chinas mächtiger Staatsfonds CIC nimmt Deutschland ins Visier

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Schaut sich offenbar in Deutschland um. Mit einem Vermögen von rund 750 Milliarden Dollar hat CIC offenbar sogar die Finanzkraft, einen Großkonzern in Deutschland zu übernehmen. Foto: Adrian Bradshaw

Der milliardenschwere chinesische Staatsfonds CIC ist auf der Suche nach deutschen Investitionszielen. Wegen des schwachen Euros häufen sich Übernahmen von Firmen aus der Volksrepublik in Europa.

Peking (dpa) - Chinas milliardenschwerer Staatsfonds CIC denkt einem Bericht zufolge über Zukäufe in Deutschland nach. "Wir sehen uns nach verschiedenen Objekten um", zitierte das "Handelsblatt" CIC-Chefinvestor Li Keping.

Besonders interessiert sind die Chinesen demnach an Firmen, die sich mit dem Thema Industrie 4.0 beschäftigen - der Verbindung von Produktion und digitaler Welt.

Mit einem Vermögen von rund 750 Milliarden Dollar hätte CIC laut dem Bericht sogar die Finanzkraft, einen Großkonzern in Deutschland zu übernehmen. Li zerstreute jedoch Bedenken, dass sich der Fonds direkt in die Geschäfte deutscher Firmen einmischen könnte: "Wir streben keine direkte Kontrolle der Unternehmen in unserem Portfolio an."

China hatte den mächtigen Staatsfonds 2007 gegründet, um einen Teil seiner gewaltigen Devisenreserven im In- und Ausland anzulegen. Peking will mit der Investment-Gesellschaft seine Abhängigkeit von US-Staatsleihen reduzieren, in denen noch immer der größte Teil von Chinas rund 3,7 Billionen Dollar schwerem Währungsschatz steckt. Zuletzt motivierte vor allem der schwache Eurokurs die Chinesen, in Europa auf Einkaufstour zu gehen.

Die China Investment Corporation (CIC) war in diesem Jahr zunächst aus einem Wettbewerb um die Übernahme des deutschen Autobahn-Dienstleisters Tank & Rast ausgeschieden, aber später in einem Konsortium um den Versicherungskonzern Allianz doch zum Zug gekommen.

Chinas Staatsfonds ist jedoch nicht das einzige chinesische Unternehmen, dessen Hunger auf Übernahmen in Deutschland und Europa gewachsen ist. Laut einer Studie des Merics China-Instituts in Berlin lagen chinesische Investitionen in Europa 2014 bei rund 18 Milliarden Euro, nachdem sie Mitte der 2000er Jahre noch nahezu bei Null gelegen hatten. Zwischen 2000 und 2014 habe es mehr als 1000 Neugründungen, Fusionen und Übernahmen im Umfang von 46 Milliarden Euro gegeben.

Die bislang größten Beispiele für Übernahmen chinesischer Unternehmen in Deutschland sind Lenovos Investition in den deutschen Computer-Hersteller Medion für rund 530 Millionen Euro, die Übernahme des Automobil-Zulieferers Hilite International durch den Flugzeughersteller AVIC für 473 Millionen Euro im Jahr 2014 sowie die Übernahme des Maschinenbau- und Logistik-Konzerns Kion durch Weichai Power für 467 Millionen Euro im Jahr 2012.

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