Nach Primark-Skandal

Kommt ein Textil-Label gegen Ausbeutung?

Berlin - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will nach sozialen und ökologischen Standards gefertigte Textilien mit einem Label auszeichnen. So soll die Ausbeutung von Näherinnen eingedämmt werden.

Entwicklungsminister Gerd Müller will fair und umweltbewusst gefertigte Textilien speziell kennzeichnen und so die Ausbeutung von Näherinnen eindämmen. „Wir arbeiten an einem Label, das den Verbrauchern signalisiert, dass bei diesem Produkt die Näherinnen von ihrer Arbeit leben können und die ökologischen Standards eingehalten werden“, sagte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Montag). „In den Produktionsländern unserer Kleidung herrschen oft unglaubliche Zustände.“

Frauen arbeiteten dort an sechs Tagen in der Woche 16 Stunden für einen Stundenlohn von fünf Cent, der einer Familie nicht zum Überleben reiche. „Und das nur, damit wir T-Shirts kaufen können, die so billig sind, dass Waschen teurer als Wegwerfen ist“, kritisierte Müller. Er forderte die Textilwirtschaft auf, „ihrer Verantwortung für ihre Produkte gerecht zu werden“ und eine transparente Zertifizierung einzuführen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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