Bilanzpressekonferenz

Trotz Krisen: BMW rechnet mit weiterem Rekordjahr

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Der scheidende BMW-Chef Norbert Reithofer prognostiziert seinem Konzern auch für das laufende Jahr ein solides Wachstum - trotz politischer Unsicherheiten und Krisenherde.

München - 2015 soll für BMW das sechste Rekordjahr in Folge werden, sagt BMW-Chef Norbert Reithofer. Der scheidende Konzernlenker gibt damit den Takt vor für seinen Nachfolger Harald Krüger.

Krüger muss ab Mai beweisen, dass er den Autobauer auf Kurs halten kann. BMW will nach fünf Rekordjahren in Folge auch 2015 wieder Bestwerte erreichen, warnt aber vor wachsenden Risiken. „Es existieren viele Unsicherheiten“, sagte Reithofer am Mittwoch in München bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz. Wichtige Märkte wie China würden an Schwung verlieren, es gebe politische Unsicherheiten und viele Krisenherde. „All das wirkt sich auf die Entwicklung der Automobilmärkte aus.“

Große Aufgaben für den neuen BMW-Chef

Dennoch rechnet Reithofer auch 2015 mit einem „soliden Wachstum“ - und legt damit auch die Messelatte für seinen Nachfolger Harald Krüger. Der bisherige Produktionsvorstand löst Reithofer im Mai ab. Krüger muss dann beweisen, dass er die ehrgeizige Strategie des Autobauers weiter erfolgreich umsetzen kann. Auch 2020 will BMW die Nummer eins in der Oberklasse sein und damit die Konkurrenten Daimler und die Volkswagen-Tochter Audi auf Abstand halten.

Zugleich muss er mit den Krisen umgehen, die auf den Märkten weltweit unterschiedliche Auswirkungen haben. China etwa, der inzwischen weltgrößte Automarkt, dürfte zwar großer Treiber der Branche bleiben. Aber die Zeiten des halsbrecherischen Tempos sind vorbei. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres flaute die Nachfrage speziell nach großen BMW-Modellen bereits ab.

Dynamik in Wachstumsländern bleibt aus

In anderen Wachstumsländern ist die erhoffte Dynamik ganz ausgefallen, in Brasilien oder Russland läuft es für die Autohersteller derzeit alles andere als gut.

„Jede Zeit hat ihre Herausforderungen“, sagte Reithofer. Zu seinem Abschied als BMW-Chef erklärte er: „Die jüngeren Generationen haben nun die Chance, die weitere Entwicklung des Unternehmens nach ihren Vorstellungen zu gestalten.“ Reithofer wird an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln - ohne Pause. Eigentlich schreibt das Aktiengesetz vor, dass Vorstände vor dem Wechsel in das Gremium zwei Jahre pausieren, auch um zu vermeiden, dass sie Entscheidungen kontrollieren, die sie selbst zuvor getroffen haben.

Doch das Gesetz lässt eine Ausnahme zu: Wenn die Wahl auf Vorschlag von Aktionären erfolgt, die mehr als 25 Prozent an dem Unternehmen halten - sprich, wenn die Eigentümer das wollen. Im Fall von BMW ist das die Familie Quandt, die zusammen fast 47 Prozent an BMW hält.

Reithofer verabschiedet sich mit Rekordgehalt

Reithofer hat 2014 angesichts der Rekordbilanz des Autobauers auch bei seinem Gehalt einen neuen Höchstwert erreicht. Für sein letztes volles Jahr als Vorstandschef bekommt der Manager insgesamt gut 7,2 Millionen Euro, wie aus dem am Mittwoch in München vorgestellten Geschäftsbericht hervorgeht. Reithofer steht seit September 2006 an der Spitze des Dax-Konzerns und führte das Unternehmen nach einem Umbau in den vergangenen fünf Jahren von Rekord zu Rekord. Das machte sich auch bei seinem Einkommen bemerkbar. In seinem ersten vollen Jahr bekam Reithofer knapp 3,8 Millionen Euro. Seit Amtsantritt summieren sich die Bezüge des Vorstandschefs auf fast 43 Millionen Euro.

2014 hat BMW zum fünften Mal in Folge ein Rekordjahr verbucht. Der Autobauer verdiente unter dem Strich mehr als 5,8 Milliarden Euro. Der Umsatz des Dax-Konzerns kletterte um fast 6 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro. Erstmals knackte BMW auch die Marke von zwei Millionen verkauften Auto. Die Zahlen sind seit Donnerstag bekannt.

dpa

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