Nach Abgasaffäre

Bericht: Kanzlei plant Klagen für deutsche VW-Kunden

Berlin - Dem Autobauer Volkswagen droht in der Affäre um manipulierte Abgaswerte einem Bericht zufolge zusätzlicher Ärger mit deutschen Kunden.

Der bekannte US-Anwalt Michael Hausfeld wolle auch für betroffene Autofahrer hierzulande Schadenersatz wegen manipulierter Abgaswerte beim Autobauer VW erwirken, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Insgesamt gehe es um Entschädigungen von bis zu 2,5 Milliarden Euro.

Hausfeld geht in den USA bereits gegen VW vor und hat seit kurzem auch ein Büro in Berlin. Laut dem Bericht soll noch in diesem Monat eine Webseite für deutsche VW-Kunden freigeschaltet werden, auf der die rund 2,4 Millionen Betroffenen ihre Ansprüche geltend machen und an einen Rechtsdienstleister abtreten können.

Die Finanzierung des Projekts ist laut Hausfeld durch einen Prozessfinanzierer gesichert. Der Jurist sagte dem Magazin: "Wir sind in der Lage, Klagen und Verfahren notfalls zehn Jahre lang durchzuziehen".

Weitere Details zum Verfahren nannte das Magazin nicht. Das Berliner Hausfeld-Büro war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Sammelklagen, wie sie in den USA üblich sind, gibt es im deutschen Rechtssystem nicht.

Volkswagen hatte zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mehrerer Marken eine Manipulations-Software eingesetzt wurde, die den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb zu niedrig auswies. Besonders in den USA drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen.

afp

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